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Vorwort.
Das vorliegende Buch stellt die Fortführung einer Monographie dar, die ich vor drei Jahren gemeinsam mit meinem Chef, Herrn Dr. Eduard Hitschmann, Vorstand am Wiener Psychoanalytischen Ambulatorium, unter dem Titel «Die Geschlechtskälte der Frau»') publiziert habe. Ähnlich wie in dem Buch über Frigidität wird das Problem vom psychoanalytischen Gesichtspunkt behandelt, die therapeutischen Resultate beziehen sich auf Erfahrungen, die mit der Freudschen Psychoanalyse erzielt wurden.
Das Problem der Impotenz hat seit der Frühzeit unserer Wissenschaft analytische Autoren beschäftigt. Die grundlegenden Entdeckungen Freuds über die infantile Sexualität lieferten auch den Schlüssel zum Verständnis der Impotenzfrage. Viele seiner Schüler haben später an dieser Frage mitgearbeitet. Die erste Monographie über unser Thema aus dem Freud-Kreis stammt von Maximilian Steiner, dessen bekanntes Buch^) Pionierarbeit leistete.
Die Impotenzfrage ist so komplex, die einzelnen Formen so different, dass eine einheitliche Prognose für alle Fälle nicht gestellt werden kann. Im allgemeinen kann behauptet werden, dass die Prognose der psychischen Impotenz bei gründlicher Analyse eine günstige ist. Es gibt Heilungsmöglichkeiten, wenn auch die Dauer und Schwierigkeit der Kur je nach der Tiefe der Regression sehr variabel ist.
Die Impotenzbehandlung ist keineswegs ausschliessliche analytische Domäne. Wir wissen, dass die leichten Fälle suggestiv gut beeinflussbar sind, mag nun diese Suggestivkur in Zureden, Injektionen, Intillationen, Massage, Kühlsonden, Kaltwasserkuren, Bestrahlungen, elektrische Kuren, Diathermie, Medikamenten aller
Verlag Ars Medici, Wien 1934. In französischer Übersetzung bei Denoel & Steele, Paris 1936, in amerikanischer bei Nervous and Mental Disease Publishing Company, Washington-New-York 1936.
«Die psychischen Störungen der männlichen Potenz», Deuticke, Wien.