Bővebb ismertető
Der vorliegende Band will eine Reihe historisch wertvoller und äußerlich eindrucksvoller Originaldokumente z"r Geschichte der Reformationszeit abbilden und erläutern. Damit soll versucht werden, eine bedeutsame Epoche der deutschen Geschichte mit Hilfe authentischer, aus der Zeil selbst !jervorgegangener Schriftstücke lebendig und anschaulich zu machen. Einen besonderen Anlaß dazu bietet die 4$o. Wiederkehr des Tages, an dem Martin Luther in Wittenberg mit der Verößentlichung seiner 95 Thesen gegen den Ablaß die weltweite Bewegung der Reformation einleitete. Wenn die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik im Einvernehmen mit den evangelischen Landeskirchen dazu eine Reihe von Feiern und Gedenkveranstaltungen durchführt, so bringt sie znm Ausdruck, daß die Reformation nicht nur für die Kirchengeschicfite, sondern auch für die Geschichte des deutschen Volkes von großer Bedeutung war und daß die Erforschung und Würdigimg der Reformationsgeschichte ein nationales Anliegen ist. Als Pßegestätten unserer geschichtlichen Überlieferung wollen auch die staatlichen Archive an der Erfüllung dieser Aufgabe mitwirken. In der Deutsdjen Demokratiscfjen Republik besitzen die Staatsarcfjive Dresden, Weimar und das Historische Staatsarchiv Ora-nicnbaum, die das ScfMftgut der Landesverwaltungen aus den ehemals wettinisdoen Territorien und Anhalt aufbewahren, bedeutsame Dokumente znr Gesc/jic/jte der Reformationszeit. Von den Herrsc/jafts- und Einßußgebieten dieser Länder nahm die Reformation ihren Ausgang. Hier befinden sich die bekanntesten Erinnerungsstätten an dia Reformation, darunter Eisleben, Erfurt, Wittenberg, Leipzig, Torgau und die Wartburg. Die Landesfürsten der erstarkten Territorialstaaten waren in der Reformationszeit Z"ni entsc/jeidenden Fakior auch für die Regelung der Religionsangelegenheiten geworden. Infolge der damaligen engen Verbindung zwischen Staat und Kirche gelangten die meisten und wichtigsten (Quellen znr Reformationsgeschichte in die drei genannten Staatsarchive. Sie sind auch nach den Zerstörungen des z:weiten Weltkrieges ganz überwiegend unversehrt erhalten geblieben. Aus diesen umfangreichen Archivalienbeständen wurden die vorliegenden Dokumente ausgewählt. Das ist auch insofern gerecfjtfertigt, als frühere, bereits vor über jo Jahren veröffentlichte Abbildungswerke von Dokumenten aus der Reformationszeil meist nur spezielle wissenschaftliche Zwecke verfolgten und sich weniger an die breite Öffentlichkeit wandten. Sie enthielten übrigens vorwiegend Hand-sclmftenproben der Reformatoren sowie ihrer Landesherren.
Bei der Zusammenstellung der Dokumente beschränkten sich die Bearbeiter auf die Zeil von i^rj bis /jjj, von der Thesenveröffentlichung bis zum Augsburger Religions frieden, denn mit diesem Dokument gelangte die lutherische Reformation in Deutschland zn einem gewissen Abschluß. Die sachliche Auswahl ist möglichst xveit gespannt. Die Reformationszeit war ja, über Lut/jers Ringen um ein tieferes Verständnis des christlichen Glaubens fjinaus, eine Epocfje umfassender sozialer, wirtschaftlicfjer, politischer und geistiger Umwälzungen, deren Dynamik in treffender Weise als frühbürgcrlichc Revolution bezeichnet wird. An diesen tiefgreifenden Wandlungen hatten breite Volki-schichten Sachsens und Thüringens besonderen Anteil, da sich die Bevölkerungsstrukiur dieser Gebiete mit dem außerordentlichen Aufschwung von Bergbau, Handel und Verkehr stark veränderte. Der Boden für die Reformation war hier in vielfältiger Weise vorbereitet. Es wurde daher versucfjt, in den wiedergegebenen Dokumenten einen Eindruck jener gesamten Zeit zu vermitteln. Die Schriftstücke betreffen nicht nur die wicfj-tigsten Geschehnisse und handelnden Personen sowie die politisdien Auswirkimgen und Verflechtungen der Glaubenskämpfe, sondern nach Möglichkeit auch ihre gesellschaftlichen Voraussetzungen. Insbesondere wurden Schriftstücke über den Widerhall der Reformation bei Bürgern, Bauern und Bergleuten und über die sozialen und revolutionären Kämpfe der Zeit aufgenommen.
Dabei konnten manche Entwicklungen nur angedeutet werden; denn abgesehen von der Beschränkung des Umfangs auf nur )6 Dokumente besitzen die drei Staatsarchive trotz der reichen Überlieferung dennoch nicht für alle Teilaspekte der Reformationsgeschichtc solche Dokumente, die ihren inhaltlich bedeutsamen Wert zugleich auch wirkungsvoll veranschaulichen.
Den fotografischen Reproduktionen liegen durdjweg die Originalschriftstücke zugrunde, die meist die normale Blattgröße von 21 x 35 cm haben und somit nur wenig verkleinert wiedergegeben sind. Abweichende Originalgrößen (z- B. die sefor großen Formate der Urkunden oder auch sehr kleine Formale) werden besonders angegeben. Die Textseiien beginnen mit einer kurzen inhaltlichen Charakterisierung des jeweiligen Dokuments, einschließlich der Angabe von Ort und Dalum. Die Texlumsdoriften sind bucbslal?engetreu. Zur Erleichterung der Lesbarkeit werden Abkürzungen aufgelöst und die wechselnde