Bővebb ismertető
ZUR EINFÜHRUNG
Wenige Worte nur möchte ich diesem Buche zum Geleit geben. Denn es soll für sich selbst sprechen.
Die Studien des Engländers Walter Pater über die Renaissance erscheinen hier zum erstenmal in deutscher Sprache. Sie sind vom Verleger und Herausgeber als eine Ergänzung zur deutschen Ruskin-Ausgabe gedacht. Denn die Renaissance war eine Kunst- und Menschenentwicklung, an der John Ruskin mit verbundenen Augen in heiligem Zorn vorüberging.
Bei der Übertragung ist der Versuch einer möglichst reinen Verdeutschung unternommen worden, so daß die sparsame Anwendung von Fremdwörtern dem Kenner des englischen Textes zuerst auffällig erscheinen mag. Ganz besonderen Dank schulde ich hierbei den wertvollen Ratschlägen des Herrn F. Sefton Delmer, derzeitigem Lektor des Englischen an der Berliner Universität.
Wenn es einem Übersetzer ausnahmsweise erlaubt wäre, seiner Arbeit eine eigene Widmung zu geben, so möchte ich es hier tun und sagen: ich widme diese Verdeutschung des feinsten englischen Kunst-nachempfinders, den ich kenne, meinen deutschen Freunden, allen denen, welche soviel innere Ruhe und Muße zu finden vermögen, um in stillen Stunden mit einem Geistesgenossen Zwiesprache zu halten. Denn Walter Pater hat nur für solche geschrieben,
VORWORT
Viele Versuche sind von Kunstschriftstellern gemacht worden, den Begriff der Schönheit festzustellen, und dafür eine allgemeingültige abstrakte Grund-formel zu finden. In den anregenden und feinsinnigen Randbemerkungen, die bei diesen Anlässen nebenher zutage treten, liegt meistens der einzige Wert dieser Untersuchungen. Sie helfen uns aber nur sehr wenig, echte Kunst und Poesie zu genießen, zu unterscheiden, was an mehr oder minder Vorzüglichem darin verborgen ist; sie lehren uns nicht, die Begriffe Schönheit, Kunst und Dichtung feiner und bestimmter zu fassen.
Schönheit, wie alle menschliche Sinneserfahrung, ist etwas Bedingtes; ihre Definition wird daher um so sinn- und wertloser, je mehr sie nach Verallgemeinerung strebt. Das Ziel des echten Ästhetikers besteht nicht darin, die Schönheit in ihren abstrakten, sondern in ihren konkreten Beziehungen zu erklären, keine allgemeingültige, sondern die besondere Formel zu finden, welche diese oder jene Offenbarung der Schönheit am klarsten zum allgemeinen Bewußtsein zu bringen vermag.
„Das Ding so zu sehen, wie es wirklich ist", gilt mit Recht als Richtschnur kritischer Tätigkeit. Der erste Schritt des ästhetischen Kritikers, den Gegenstand so zu sehen, wie er wirklich ist, besteht aber darin, seinen eigenen Eindruck so zu erkennen, wie
Pater, Renaissance 1