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Nationale KritikDie Versuchung dieser Zeit ist, sich abzufinden, selbst mit dem Unerträglichen, aus Furcht vor dem kommenden noch Schlimmeren. Aber vor der Frage, was einen unerträglichen Zustand zum Besseren oder vielleicht Schlimmeren wandeln würde, steht die entscheidende Frage: was imabwendbar aus einer Entwicklung werden muß, wemi sie sich selbst und ihren Tendenzen überlassen bleibt. Dies ist der Gegenstand der folgenden Bemerkungen über den heutigen Zustand des deutschen Volkes. Was wird aus diesen umwälzenden Bemühungen imd erschöpfenden Anstrengungen, was muß xmvermeidlich daraus werden? Das ist die Frage, die sich heute jeder Besonnene in Deutschland vorlegt. Was muß aus dieser Revolution, zu der sich die heutige Führung der Nation unentwegt weiter bekennt, werden? Und die wesentlichere Frage noch: was ist diese Revolution überhaupt? Ein nationaler Aufbruch, der die schärfsten Merkmale einer radikalen, allumfassenden Revolution zeigt; äußere Disziplin und Ordnung, hinter denen die Zerstörung aller Ordnungselemente der Nation sichtbar wird; gewaltige äußere Arbeitsleistiuigen, die nicht den Raubbau und die Vernichtung imersetzlicher, von Generationen erarbeiteter materieller und geistig-sittlicher Güter verdecken können; eine grenzenlose Tätigkeit, die nicht mehr die innere Erschlaffung zu verheimlichen vermag: was ist dieses Dritte Reich in Wirklichkeit, werdende neue Ordnung oder Zerstö-nmg, nationale Wiedergeburt aus den historischen Kräften der Nation oder eine progressive, permanente Revolution des völligen Nihilismus, mit der sich eine Diktatur der Gewaltsamkeit an der Macht erhält? Was ist hier Kulisse und was ist Wirklichkeit, was ist Täuschung oder Selbsttäuschung und was ist das eigentliche Antlitz dieser Bewegung? Das ist die Lebensfrage der Nation. Vor dieser Frage gibt es heute keine Flucht mehr in bewußte Beschönigung und sich selbst beruhigende Täuschung.Wie diese Antwort lauten muß, darüber kann es heute keinerlei Zweifel mehr geben. Und diese Antwort muß jeden, der über den augenblicklichen Tag hinaus Anteil an dem Schicksal der Nation nimmt, mit Sorge und Verzweiflung er-I.r