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Vorwort
El lisabeth Marie, geb. Erzherzogin von Österreich, war die /einzige Tochter des Kronprinzen Rudolf. Als sie 1883 zur Welt kam, war die Ehe des liberal gesinnten habsburgischen Thronerben mit der äußerhch reizlosen, tiefgläubigen, konservativen Stephanie von Belgien noch intakt. Bei der Gegensätzlichkeit ihrer Charaktere und Anschauungen hatte das kaum jemand erwartet. Ein paar Jahre später hatte sich das Kronprinzenpaar hoffnungslos auseinandergelebt. 1889 setzte der Thronfolger im Jagdschloß Mayerling seinem Leben ein Ende.
Die Vormundschaft über die fünfjährige Erzherzogin, die zur Halbwaise geworden war, übernahm der neunundfünfzig-jährige kaiserhche Großvater. Die Kronprinzessin versuchte auf langen Reisen ihr Ehemartyrium zu vergessen. Franz Joseph kümmerte sich, soweit es seine Zeit erlaubte, persönlich um die Erziehung und Ausbildung seiner EnkeUn. Er verhätschelte die einzige Tochter seines einzigen Sohnes, an dessen Tod er sich möglicherweise innerlich mitschuldig fühlte. Er erfüllte ihr jeden Wunsch, sah ihr vieles nach. Die kleine Erzherzogin wurde so zum Schrecken ihrer Erzieher.
Elisabeth Marie wuchs zu einer eigenwiUigen, extravaganten, willensstarken PersönUchkeit heran, die sich schon früh gegen das starre Hofzeremoniell, gegen die bedrückende geistige Enge und die Eintönigkeit des Hoflebens auflehnte. Das rebellische Erbe des Vaters mag hiebei eine (nicht unbedeutende) Rolle gespielt haben.
Am 22. März 1900 heiratete Stephanie von Belgien den ungarischen Grafen Elemer Lonyay und begann damit ein neues Leben. Zwei Jahre später stürzte sich ihre Tochter Elisabeth Marie mit (zunächst) widerwilliger Zustimmung des Kaisers in eine unbedachte Ehe. Ihr Auserwählter war der um zehn Jahre äUere Otto Graf zu Windisch-Graetz. Der bildhübsche
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