Bővebb ismertető
Wer unter den Machern der öffentlichen Meinung beliebt und erfolgreich sein möchte, wem es auf den Applaus seiner Zuhörer ankommt, kann das mit einer Aussage knopfdruckartig erreichen. Er braucht nur zu erklären, unsere Jugend sei gesund und leistungsfähig, sie werde lediglich durch einige wenige Unruhestifter in ein schlechtes Licht gesetzt und von den Miesmachern pauschal mit diesen abgewertet. Das sei eine unzulässige Verallgemeinerung; im Grunde sei alles in schönster Ordnung.
Der Beifall nimmt dann kein Ende. Warum ist das so? Nun, zunächst einmal, weil es mehr als ein Körnchen Wahrheit enthält. Zum Glück ist es noch nicht die gesamte junge Generation, die ruiniert ist. Jeder wird in seinem Umkreis junge Leute kennen - auch unter den heute Zwanzig-bis Sechsundzwanzig-jährigen viele -, die durch ihre Lebensführung und ihre Lebenseinstellung zu denen gehören, die man nach Sigmund Freuds Definition „gesund ist, wer lieben und arbeiten kann", mit Fug und Recht als seelisch in Ordnung, als lebenskräftig bezeichnen kann.
Dennoch sind Erklärungen dieser Art in unserer heutigen Situation ein Ärgernis, weil sie daraufhin angelegt sind - oft ohne daß der Redende das selbst im Bewußtsein hat -, eine dumpfe, aber sich von Tag zu Tag mehr Gehör erzwingende Beunruhigung in der Bevölkerung zu beschwichtigen, eine aufkommende Angst zu verleugnen. Das aber ist der zweite Grund dafür, weshalb ein Meinungsmacher dieser Art seines Erfolges gewiß sein kann: Es gehört zu den Eigenschaften des Menschen, Angst unreflektiert loswerden zu wollen, bevor sie