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VORWORTAnders als durch Verwegenheit ist Theologie nicht wieder zu gründen. Dieses Wort stammt von Franz Overbeck, jenem seltsamen Theologieprofessor und Freund Friedrich Nietzsches in Basel, der ein Leben lang einen theologischen Lehrstuhl innegehabt hat, ohne persönlich noch etwas zu glauben, der aber vielleicht gerade deshalb die Schäden der Theologie seiner Zeit tiefer erkannt hat als seine gläubigen Fachgenossen. Overbecks Wort kann man als Motto über die protestantische Theologie in unserem Jahrhundert setzen. Sie hat trotz allen Zögerns und Zauderns, trotz aller falschen Apologetik und Restauration, die es in ihr wahrhaftig auch gegeben hat, mit Verwegenheit Theologie neu gegründet.Wie immer wir die Zeit, in der wir leben, benennen mögen, ob wir vom welterschütternden Übergang, vom Zeitalter der Weltkriege, vom Ende aller Sicherheit, von der Lebenskrise eines Zeitalters, vom Zeitalter der Angst oder vom Ende der Neuzeit sprechen auf alle Fälle drücken wir damit das Gefühl aus, in einer umfassenden Krise und einem weltweiten Übergang zu stehen. In diese Krise und diesen Übergang ist audi der Glaube an Gott hineingerissen. Die Frage nach Gott bildet die innere Kehrseite unseres an äußeren Katastrophen, Umwälzungen und Entdeckungen so reichen Jahrhunderts, die eigentliche Tiefe des welterschütternden Übergangs, in dem wir uns befinden.In seinem Aphorismen-Buch Stufen notiert Christian Morgenstern einmal bei der Lektüre von Dostojewskijs Dämonen: >Las-