Bővebb ismertető
ím Millenniumsjahr, 1896, wurde an der Kreuzung des GroBen Rings und der Üllői StraBe in Budapest das Museum für Kunstgewerbe - ein gemeinsames Werk der Architekten Ödön Lechner und Gyula Pártos - eingeweiht, in dem die zuvor provisorischuntergebrachten einschlágigen Sammlungen sowie die „Musterzeichenscluile" (Vorgángerin der heutigen Hochschule für Kunstgewerbe) ein Heim fan den. Ein Museum der Kunstgewerbeerzeugnisse gab es zu diesem Zeitpunkt aber schon lánger als zwei Jahrzehnte in Budapest. Den Überlieferungen nach geht die Gründung des letzteren auf 1872 zurück, als das ungarische Parlament in Anerkennung „der Nützlichkeit und Notwendigkeit eines zu errichtenden Gewerbemuseums und dessen günstiger Wirkung und wohltátigen Einflusses auf die industrielle Entwicklungl< zur Gründung einer solchen Einrichtung einen Sonderbetrag von 50 000 Gulden bewilligte. Es war jene Periode, in der die groBen europáischen Kunstgewerbemuseen entstanden. Den AnstoB dazu gab nach Ansicht der Zeitgenossen die Londoner Weltausstellung von 1851, die, wie es hieB, den Niedergang des Kunstgewerbes demonstriert und zugleich die Möglichkeit seiner Erneuerung durch das Studium der früher auf diesem Gebiet erbrachten Leistungen nachgewiesen hatte. GewiB gab es anfangs mancherlei Schwierigkeiten zu überwinden. Zunáchst wurde der Grundstock des heutigen Bestandes, der sich aus dem für die Wiener Ausstellung angekauften Material rekrutierte, 1874 in der „Rotunde" des Ungarischen Nationalmuseums ausgestellt. Drei Jahre spáter übersiedelte die inzwischen nicht unwesentlich bereicherte Kunstgewerbesammlung in das Erd- und KellergeschoB der auf der damaligen Budapester RadialstraBe eben erst fertiggestellten Kunsthalle. Der aus diesem AnlaB gedruckte „Museumsführer" gliederte den damaligen Bestand in die vom Nationalmuseum abgetretenen kunstgewerblichen Exponate, in eine Sammlung von Heimgewerbeprodukten, in das aus einer Ostasienexpedition heimgebrachte sowie in das aus zeitgenössischen Privatsammlungen angekaufte Material. 1881 wurde Jenő Radisics zum Kustos, spáter zum Direktor des Museums ernannt; zugleich betraute man György Ráth, der Ratsvorsitzender des Appellationsgerichtes, aber auch ein angesehener Kunstmázen und Sammler war, mit dem Inspektorát. Mit beider Namen sind die drei Jahrzehnte der eigentlichen Entfaltung und der ersten Blütezeit des Museums aufs engste verkniipft. Ráth war der Initiator der gelegentlichen „Fachausstellungen", die jeweils bestimmten Exponattypen, Handwerken oder Epochen gewidmet waren und nicht nur Stücke des eigenen Museumsbestandes, sondern auch anderer öffentlicher und privater Sammlungen enthielten. Der wesentlichste Teil der Arbeit entfiel jedoch auf Radisics, der unermüdlich für die systematische Mehrung der Sammlungen sorgte, die stándigen Ausstellungen des Museums organisierte, betreute und sich die Teilnahme an auslándischen Kunstgewerbeschauen angelegen sein lieB (beginnend 1882 mit Paris und 1883 mit Wien). Die erste „Fachausstellung" wurde 1882 veranstaltet, sie war dem Buchdruck und der Buchbinderei früherer Jahrhunderte und den zeitgenössischen Werken gewidmet, sie bot AnlaB zum Anlegen einer