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GELEITWORT
Dies ist ein Buch - nie sah ich seinesgleichen. Ich schreibe ihm ein Vorwort aus lauter Staunen über die Weite seines Horizontes, aus hellem Vergnügen an seinem Universahsmus, welcher sich übrigens im ersten Band noch nicht vollkommen verwirkücht. Eine Sammlung mit dem kühnen Titel Die schönsten Erzählungen der Welt, worin, weil sie von vornherein das Weitgreifende, das möglichst Umfassende erstrebt, die großen Schweizer, die Österreicher, die Polen, die besten erzählerischen Leistungen der Tschechen, Ungarn, Süd-Amerikaner usw. vorläufig ausgelassen werden mußten, ist selbstverständlich noch nicht ganz, was sie zu sein verspricht. Nur Geduld, sie wird es sein; schon übers Jahr wird ein zweiter Band das Vermißte nachholen, es zum schönen Ganzen fügen, vrird auch von der neuesten hterarischen Produktion der Völker einiges Gelungene mit aufnehmen und so das große Attribut des »Universellen«, dessen das Werk sich vermißt, zu voller Berechtigung erheben.
Offensichtlich ist der Verlag zu seiner - man muß sagen - großartigen Konzeption auf dem Wege über sein Hausbuch Die schönsten deutschen Erzählungen gelangt. Die schönsten deutschen - warum nun nicht gar gleich die schönsten aus aller Welt? Das war ein, bei all seiner Weitläufigkeit, nahe liegender Gedanke, und es war - so muß man wiederum sagen - ein äußerst glücklicher, äußerst zeitgemäßer Gedanke. Ein gut deutscher übrigens auch. Denn der deutsche Geist war immer, oder doch zu seinen besten Zeiten, universell gestimmt, nach Aufnahme und Verarbeitung des Universellen begierig. Die deutsche Klassik forderte es.