Bővebb ismertető
Die Historische Bildergalerie des Ungarischen Nationalmuseums hat als öffentliche Einrichtung die Aufgabe, Bildquellenmaterial der ungarischen Geschichte zu sammeln und zu bearbeiten. Zu den Bildquellen zahlen Ölgemálde, Zeichnungen, vervielfáltigte graphische Blátter und Fotografien, die in erster Linie unter inhaltlichem, thematischem Gesichtspunkt von Bedeutung sind. AuBer den Portráts von Persönlichkeiten der ungarischen Geschichte, den Darstellungen historischer Ereignisse und den ungarischen Veduten gehören auch alle Bilder dazu, die einen charakteristischen Ausschnitt aus der ungarischen Kulturgeschichte wirklichkeitstreu wiedergeben. Neben schriftlichen Quellen kann sich die historische Forschung auf diese Darstellungen stützen. Da die Authentizitát von entscheidender Bedeutung ist, werden auBer Werken ungarischer Kiinstler auch diejenigen auslándischer Meister gesammelt, die irgendwelche Beziehungen zu Ungarn habén. Im Material des 19. Jahrhunderts sind nicht nur die einander ablösenden Richtungen der ungarischen Maierei vertreten, sondern auch auslándische Künstler, die in Ungarn weilten oder für ungarische Auftraggeber arbeiteten. In den frühen Jahrhunderten finden sich, der historischen Entwicklung Ungarns entsprechend, háufiger die Namen auslándischer Künstler, vor allém Österreicher, doch habén sich auch deutsche, italienische und niederlándische Maler mit ungarischen Themen befaBt. Die Sammlung kann auf eine neunzigjáhrige Geschichte zurückblicken. Aber erst durch die Herauskristallisierung der wissenschaftlichen Methode der historischen Ikonographie in der ersten Halfte des 20. Jahrhunderts wurde sie zur wichtigsten Grundlage für die ikonographische Forschung. Die Historische Bildergalerie wurde auf öffentliche Anregung durch eine administrative MaBnahme geschaffen. Aufgrund eines Antrages der Gesellschaft der Ungarischen Schriftsteller und Künstler beauftragte der Kultusminister Ágoston Trefort 1883 den hervorragenden Kunsthistoriker Károly Pulszky, der damals Inspektor der öffentlichen Sammlungen und Direktor der Landesgalerie war, mit dem Aufbau der neuen Sammlung. Die Begründer hatten zwei Vorbilder vor Augen: einerseits die gröBten und áltesten ikonographischen Sammlungen wie die Portrátarchive der Nationalbibliotheken in Paris und Wien, die mit zahlreichen Stichen und Fotografien eine anschauliche Darstellung der Vergangenheit ermöglichten, alsó im wesentlichen wissenschaftlichen Zielen dienten; andererseits ihnen verwandte Sammlungen, wie die 1857 gegründete National Portrait Gallery in London, die mit einer stándigen Ausstellung von Gemálden und Statuen ein nationales Pantheon sein wollte und damit, sich auf ein ethisches Prinzip des Humanismus stützend, zur moralischen Veredlung des Betrachters beizutragen hoffte. Der Gedanke an ein Pantheon wurde von Pulszky entschieden verworfen; er wollte mit der vorgesehenen Sammlung ein Fundament für eine überzeugende historische Rekonstruktion schaffen. Der Quellenwert von authentischen Bilddokumenten war über den Wunsch nach persönlichem und familiárem Ruhm hinaus schon Anfang