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Der König Alphons von Neapel unterhielt Liebesbeziehungen zu der Frau eines Edelmanns, mit dem ihrerseits die Königin von Neapel für das ihr zugefügte Unrecht Rache nahm; ihre Freundschaft dauerte das ganze Leben, ohne daß der König jemals Verdacht schöpfte.
„SINTEMALEN ICH MIR OFT GEWÜNSCHT HAB, meine Damen," begann Saffredent, „Schicksalsgenoß desjenigen zu sein, von dem ich Euch itzt berichten will, erzähl' ich Euch hiemit, daß in der Stadt Neapel, zur Zeit des Königs Alphonse, dessen Unzucht das Zepter seines Königreiches war, ein Edelmann von solcher Ehrenhaftigkeit, Schönheit und angenehmen Sitten lebt', daß um solcher Vorzug willen ein alter Edelmann ihm seine Tochter zur Frau gab, die an Schönheit und Anmut ihrem Gatten nicht nachstund. Die Liebe zwischen diesen Beiden war groß, bis zu einem Karneval, wo der König maskiert von Haus zu Haus ging, und jeder sich's ließ angelegen sein, ihn aufs Beste aufzunehmen und zu bewirten. Und als er in das Haus auch dieses Edelmanns kam, nahm man ihn daselbst noch um viels besser auf, denn irgend sonst wo, mit Leckereien, Gesang und Musik, und sah die schönste Frau, so er je nach seinem Schmack befunden. Gegen Ende des Festes trug sie, mit ihrem Gemahl zusammen, ein Lied vor, mit so holdseliger Anmut, daß ihre Schönheit drob noch zu wachsen schien. Der König, wie er so viel Vollkommenheit in einem Körper vereint sah, empfand nicht so viel Vergnügen an dem lieblichen Einklang zwischen ihr und ihrem Gemahl, wie er vielmehr aüf Mittel sann, solchen mißtönend zu zerstören. Doch schien ihm dies nicht leicht zu sein, zumal
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