Bővebb ismertető
Satire, wo ist dein Stachel?
Überschriften können sachlich sein, poetisch, witzig oder provozierend. Oder noch anders. Vielleicht hätte ich mich zu einer sachlichen Überschrift entschließen sollen; dann stünde da oben „Vorwort", „Vorbemerkung", „Alf Scorell in seiner Zeit und als solcher" oder „Gebrauchsanweisung". Etwas in der Art eben. Auch mit dem Versuch einer witzigen Überschrift wie „Ein friedfertiger Satiriker" oder „Ein toleranter Satiriker" habe ich geliebäugelt. Es wäre dem, was mir zu Alf Scorell und zu diesem Buch hoffentlich einfallen wird, schon ziemlich nahegekommen. Aber jetzt steht nun mal da oben eine Antinomie und vor mir die Aufgabe, jene aufzulösen.
Als Alf Scorell noch ein Knabe war, liebten die Kinder in Dresden-Altstadt wie in Dresden-Neustadt und wie wohl heute noch überall auf der Welt Hasch, und niemand hatte etwas dagegen. Denn Hasch bedeutete weiter nichts als das mit viel Aufregung und Geschrei verbundene Spiel, bei dem ein Kind eines der anderen einkriegen, berühren und schreien muß: „Du bist's!" Daraufhin muß dann der, der „es ist", die restliche Meute jagen. Es sei denn, er habe vorher an eine sakrosankte Stelle wie eine Straßenlaterne oder eine Mülltonne geschlagen, auf die sich alle geeinigt haben, und hat geschrien: „Boot!"
Alf Scorell sitzt in einem großen Sessel, wo er „Boot" hat, raucht Karo und erzählt. Was für niederträchtige Schmerzen er hat, geht niemand was an. Als es ihm noch
7