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Peter McKenzie zog seine verschossenen Shorts und sein grünes Drillichhemd aus und langte nach einer Schale mit Odcerlehmbrei. Er schmierte sich den Lehm über Gesicht, Hals und Schultern, bis seine sonnverbrannte Haut eine tief kupferrote Farbe annahm. Er hob seine Hosen wieder auf und nahm einen kleinen Spiegel aus der Tasche. Den Taschenspiegel in der einen Hand haltend, malte er sich mit der anderen Ringe aus weißem Kalk um die Augen und zog sich Querstreifen über die Wangen. Er schob seine schwarze Stirnlocke über die Augen und klebte das Haar mit dem Lehm fest. Dann schnitt er wilde Gesichter in den Spiegel und sdiien zufrieden. Um die Fußgelenke band er sich eiserne Klappern und hängte sidi ein Ziegenfell wie eine Toga um die Schultern. Dann steckte er den Spiegel wieder in die Hosentasche und hängte die Shorts an einen Dornbusdi.
Peter McKenzie ging zum Fluß, wo eine kleine, aus Lehm und trockenem Kuhdung über einem Rutenrahmen gebaute Hütte stand. Er krodi hinein und wand sich rückwärts mit einem kurzen Speer, einem kleinen Büffel-hautsdiild und einem ovalen, mit einem schwarz-roten Wappen verzierten weißen Schild wieder heraus. Er langte noch einmal hinein und brachte ein kurzes Stoßschwert, Simi genannt, in einer roten Scheide heraus. Er stand aufrecht da, schnallte sich den Simi um, schob sich den Schild über den linken Arm und packte fest den Speer. Er sprach zu dem schwarzen Jungen, der seine Kriegsvorbereitungen beobachtet hatte. Beide, Peter McKenzie und sein Begleiter Kimani, waren fünfzehn Jahre alt.
„Heute, Kimani", sagte er, „bin ich tausend Massai-Krieger. Ich bin ein Heer von Massais, tausend Massais von der Loita-Ebene. Ich bin auf einer Viehrazzia. Du bist zweitausend Kikuyus, aber ein Massai ist immer gleidi zehn Kikuyus, besonders bei einem Überraschungsangriff."
Peter McKenzie sprach Kikuyu, und zwar perfekt, da er die Sprache vor dem Englischen gelernt hatte. Er war von Kimanis Mutter aufgezogen worden. Als Caroline McKenzie starb, hatte Peters Vater nicht wieder geheiratet, sondern seine beiden Kinder Peter und Elisabeth in die Obhut der ersten Frau seines Vormannes Karanja gegeben. Kimani war der erste Sohn Karanjas. Jetzt sprach er.
„Ich will nicht zweitausend Kikuyus sein, Bruder", sagte er. „Das letzte-mal, als wir dies spielten, war ich auch schon ein Kikuyu-Kriegstrupp. Idi bin immer ein Kikuyu, während du immer ein Nandi bist, der mich umbringt, oder ein Massai, der midi umbringt, oder ein Mkamba, der midi umbringt. Nie kann ich dich mal umbringen. Idi möchte diesmal tausend Massais sein."
„Das kannst du doch nicht", sagte Peter ernst. „Dafür bist du zu schwarz. Außerdem bin ich schon kriegsbemalt, und du hast keine Massai-KIeider.
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