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Vorwort
Als wir beschlossen, ein Buch über Rainer Werner Fassbinder zu schreiben, hatte Kurt Raab den Plan dazu schon seit zwei Jahren in seinem Kopf herumgetragen. Der Tod Fassbinders war also nur der Anlaß, nicht die Ursache.
Es war uns von Anfang an klar, daß dies kein Buch über den Filmkünstler Rainer Werner Fassbinder werden sollte. Davon gibt es bereits etliche, weitere werden sicherlich folgen. Die Analyse der Filme überlassen wir gerne den Profi-Exegeten, die ja ohnehin schon in die Werke hineininterpretiert haben, was das Zeug hergab und was Fassbinder nie im Traume eingefallen wäre. (Er hat sich's nur hinterher gern zu eigen gemacht.)
Kurt Raab hat die Lebensgeschichte des Rainer Werner Fassbinder aufgeschrieben, wie er sie ganz persönlich erlebt hat. Das konnte er aber nur offen und schonungslos tun, wenn er sich selber dabei nicht schonte. Ist eine Biographie üblicherweise die Lebensbeschreibung einer Person, so geht es in diesem Buch mindestens um zwei: Um Rainer Werner Fassbinder und um Kurt Raab, seinen Biographen. Elf entscheidende Jahre hat Raab mit Fassbinder gearbeitet und gelebt, zum Teil auch zusammengelebt. Selbst nach 1977, als sich beider berufliche Wege getrennt hatten, ist die Beziehung zwischen ihnen nicht abgerissen. Sie haben sich aus der Ferne mit mißtrauischer Sympathie beobachtet, sich nicht aus den Augen verloren. Jeder wußte, was der andere tat. Beide sind nicht voneinander losgekommen. Sie wollten es wohl auch gar nicht.
Das Buch vermittelt nicht die Wahrheit über Rainer Werner Fassbinder, sondern Kurt Raabs sehr subjektive Wahrheit über RWF. Deswegen haben wir die Schilderung Raabs unterbrochen und ergänzt durch Dialoge mit anderen engen Mitarbeitern und Freunden Fassbinders. Auch das wird keine Objektivität ergeben, aber vielleicht so etwas wie eine Relativierung.
Das Buch wird mit einigen Legenden aufräumen. So wird sich zeigen, daß es die vielbeschriebene Fassbinder-Gruppe als verschworene Gemeinschaft nie gegeben hat - weder zur Zeit des Action-