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IN DIE WEITE WELT
SIE GINGEN MIT LANGSAMEN SCHRITTEN. STUMM
und grau war der Abend.
„Wohin gehen wir, Bruder Guielmo?"
Der Mönch antwortete nicht. Aber er blieb stehen und schaute über das Wasser. Der andere zog seine braune Kutte fröstelnd um den Leib. So standen sie. Und zu ihren Füßen lag das Meer. Jetzt raunte es mit tausend Stimmen.
„Wohin wir gehen, fragst du?" Bruder Guielmo wies mit weiter Handbewegung auf das Wasser und den Himmel. „Dorthin! Hier beginnt es, an diesem schmalen Inselstreifen. Aber wo wird es enden?"
„Der Herr möge uns sdiützen", murmelte Bruder Nicolo da Vicenza und machte das Zeidien des Kreuzes. Er warf einen lauernden Blick auf seinen Begleiter. „Du bist schon alt, Bruder Guielmo. Der Papst hätte einen jüngeren wählen können."
Bruder Guielmo erwiderte ruhig: „Piano Carpini war fünfundsechzig Jahre alt, als er im Auftrage des Herrn der Christenheit zu den Tataren reiste."
„Dann weißt du, wie groß die Strapazen sind. Sie haben den Schnee mit den Füßen weggescharrt, um einen Platz zum Schlafen zu finden. Und wenn sie des Morgens aufwachten, hatte der Wind sie ganz mit Schnee bedeckt."
„Ich weiß es, Bruder Nicolo. Dodi laß uns jetzt zum Kloster zurückgehen."
Eine Möwe strich müde über das Wasser. Meer und Himmel waren eins. Es gab keine Sterne. Der Wind spielte mit den braunen Mönchskutten der einsamen Wanderer.
Zur gleichen Stunde verließ Marco Polo heimlich das Haus. Als er die Piazzetta erreichte und die festlich gekleideten Menschen im Schein der Öllampen und Fadceln sah, ihre Stimmen und Rufe hörte, v/urde es ruhiger in ihm. Dort lag das Schiff, fest vertäut an den Eidienpfählen.