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Im Jahre des Herrn sechzehnhundert erbte der MalzmüllerHärmen Gerritzoon van Rijn, der zu Leyden am Wedder-stegje nahe der Witteport ein kleines Häuschen und eine Mühledem Häuschen gegenüber bewohnte und bewirtschaftete, nachTeilung mit seinen Geschwistern von seiner Mutter ein Grund-stück und ein Häuschen neben dem seinen und einen Gartenvor der Stadt. Damit wurde aus dem bis dahin ärmlichen Manneein Bürger mittleren Wohlstandes.Gemächlich eines warmen Frühlingstages vom Notar, derihm das Erbe verschrieben hatte, seiner Wohnung zugehend,überdachte der Mann, welche Vorteile ihm aus dieser Ver-mehrung seines Besitzes erwachsen könnten. Es war neben dergehörigen Dankbarkeit gegen Gott in seinem Herzen auch einleiser Ingrimm in ihm, da dieser Vermögenszuwachs ihn undseine Frau Cornelia eigentlich in ziemlich späten Jahren traf.Der Müller Härmen war nicht ohne Ehrgeiz, und zumalseinen Kindern hätte er es gegönnt, daß sie aus den gedrücktenVerhältnissen der Familie hinausreichen könnten in bessereUmstände. Mißmutig dachte er, daß das jetzt so schnell wienötig gar nicht einzurichten war. Selbst wenn er noch härterarbeitete als bisher, so überlegte er sich, würde es kaum mög-lich sein, daß er schon jetzt einen der Söhne auf die Lateinschuleschicken könnte.Während er sich dies klarmachte, ging eine Wolke von Un-lust und Bitterkeit über sein schmales, verkniffenes Gesicht.Die Kirche lehrte zwar, daß alles vorherbestimmt sei und derMensch darum in seinem Lebensgeschick den Sinn suchenmüsse, wie Gott es ihm verhängt habe. Aber manchmal, soschien es dem Müller, fiel das schwer. Und so kam es, daß erbeinahe ein Zorniger zu seinem Weibe heimkehrte, die Papieremit der Erbverschreibung in der Tasche.