Bővebb ismertető
VorwortDie Zeit scheint überwunden zu sein, in der wir mit sexualwissenschaftlicher Literatur überschwemmt wurden. Auch ihre Breitenwirkung hat deutlich nachgelassen, wenigstens bei uns in Deutschland. Die Zahlen des K i n s e y - Reports, die in den USA einen Wirbelwind ausgelöst hatten, versprechen bei uns nicht annähernd diese Rolle zu spielen, vielleicht auch darum, weil sie nur in einem monströsen Ausmaß wiederholen, was wir bereits bedachten. Diese sexualwissenschaftliche Forschungsmethode ist bei uns mit Hirschfeld abgeschlossen worden. Das soll nicht Kritik üben an ihrer Bedeutung, sondern nur darauf hinweisen, daß jede Bedeutung auch Grenzen hat. Auf die Sichtbarmachung dieser Grenzen kommt es an.Aber nicht nur das allgemeine Interesse hat nachgelassen, sondern auch die Lautstärke des Geredes dafür oder dawider (Aufklärung, Beratungsstellen, Geburtenregelung u. dgl.), das jene Breitenwirkung hervorrufen sollte. Die Sexualforschung war zweifellos auf dem Wege, unwissenschaftlich zu werden. Sie ist dann aber in die Stille der einzelnen Forschungsstellen zurückgekehrt, aus der sie um die Jahrhundertwende herausgetreten war. Diese Rückkehr in die Stille verdient besonders bemerkt zu werden, weil sie einerseits anzeigt, daß die Frage nach der Sexualität des Menschen keine Frage der breiten Öffentlichkeit ist, und weil sie andererseits die Wissensdiaft, die sich dieser Frage annimmt, rehabilitiert.In der Stille sind nun aber wirklich bedeutungsvolle Arbeiten geleistet worden, und zwar nahezu auf jedem Sektor der Naturwissenschaften, teilweise auch der Geisteswissenschaften. Ihre Ergebnisse finden sich verstreut in den verschiedensten Fachzeitschriften. Die älteren Handbücher enthalten von ihnen noch nichts; es fehlt bis jetzt an einer umfassenden Darstellung. Die richtige Darstellung eines solchen Gesamtbereiches ist natürlich einem einzelnen nicht möglich. Ich konnte mich dieser Aufgabe erst gewachsen zeigen, nachdem sich eine Reihe angesehener Fachkräfte in den Dienst der Sadie gestellt hatte. Ihre wertvolle wissenschaftliche Mitarbeit verpflichtet mich ihnen allen zu herzlichem Dank. Ihn schulde ich besonders aber auch dem Verleger.Ferner war eine stoffliche Abgrenzung erforderlich. Gegenstand der Sexualforschung ist die Frage nach der Sexualität. Damit wird eine ganze Reihe verschiedener Fachgebiete angeschnitten; Theologie, Ontologie, Rechtswissenschaft, Ethnologie, Kunstgeschichte u. dgl. Im vorliegenden Handbuch habe ich mich auf das medizinische Fachgebiet beschränkt. Gegenstand der Medizin ist