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Ägypten - die Gegenwart
Er hielt in dem dunklen Gang inne, um sich den Schweiß vom Gesicht zu wischen, und dachte: So ist es also, wenn man stirbt Er hatte bereits eine lange Strecke auf allen vieren zurückgelegt, wobei er sich, auf seinen unverletzten Arm gestützt, teils kriechend, teils rutschend den etwa dreißig Meter langen Schacht hinuntergearbeitet hatte. Auch ohne Taschenlampe wußte er, daß er der Vorkammer schon sehr nahe war, denn ein widerlicher Gestank erfüllte die Luft. Er lag auf dem Bauch; Schweiß triefte ihm von der Stirn, und in der rechten Schulter verspürte er dort, wo sein Arm aufgerissen worden war, einen rasenden, stechenden Schmerz. Der Knochen war glatt durchtrennt worden, der Arm hing schlaff herab und schlug immer wieder gegen die grob behauenen Wände des engen Schachts. Er war der letzte, der von der Expedition übriggeblieben war; die anderen sechs waren alle tot. Er wußte, daß ihm nicht mehr viel Zeit blieb. Wahrscheinlich stand ihm ein langer, qualvoller Todeskampf bevor, aber das war ihm im Augenblick gleichgültig. Alles, worauf es jetzt ankam, war, in die Grabkammer zu gelangen, bevor er den Dämonen in die Hände fiel. Dann wäre es endlich vorüber.
Da er wußte, daß die Zeit schnell knapp werden würde, biß er die Zähne zusammen, stemmte sich auf seinen intakten Arm und robbte mühsam die letzten paar Meter voran. Plötzlich endete der Gang, er fiel ein Stück weit in bodenlose Dunkelheit hinunter und schlug mit voller Wucht auf den kalten Steinboden der Vorkammer auf. Einen Moment lang lag er wie gelähmt auf der Seite, und vor Schmerz hätte er am liebsten aufgeschrien.
Ich werde einfach so hegenbleiben und sterben, dachte er. Es wäre so verdammt leicht
Aber er wußte, daß er das nicht konnte, noch nicht, nicht bevor er das vollbracht hätte, was zu vollbringen seine Pflicht war. Dann erst wäre es an der Zeit, sich die letzte Ruhe zu gönnen.
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