Bővebb ismertető
ZUR EINFÜHRUNG
1. Jesus bringt eine religiöse Botschaft, und ihr entspringen auch seine sittlichen Forderungen. Jeder Versuch, seine Verkündigung anders zu verstehen, etwa als Kulturkritik oder sozial-revolutionáres Programm, ist schon im Ansatz verfehlt. Die Einheit des Religiösen und Sittlichen Iáik sich im ganzen NT nicht zerreifien.
2. Ein weites Feld sittlicher Anschauungen und Lehren ist für Jesus schon durch die religiöse Sittenlehre des AT bestellt; er sát aber auch eine eigene Saat. Das Alte und Neue in der Ethik Jesu zu bestimmen, ist schwierig; seine Stellung zum atl Gesetz und den Traditionen der Schriftgelehrten láfit sich kaum befriedigend umschreiben. Gleichwohl mufi diese Frage angepackt werden, um die Eigenart und Besonderheit seiner und der urchristlichen Botschaft zu erfassen. Wir können vor-láufig sagen: Jesu Ethik ist religiös-konservativ und doch erregend neu.
3. Um die richtige Perspektive für die sittliche Botschaft Jesu zu ge-winnen, ist es nicht gleichgültig, welche Gedanken seiner Gesamtver-kündigung man als führend betrachtet, etwa die Kundé vom gütigen und barmherzigen Vatergott, die „Rettung der Seele", die Berufung zur Nachfolge oder die Verkündigung der Königsherrschaft Gottes. Der vor-liegende Grundrifi ordnet Jesu sittliche Forderungen vor allém in seine Botschaft von der Gottesherrschaft ein, doch nicht ausschliefílich.
4. Jesus entwickelt kein moraltheologisches „System". Seine Lehren knüpfen oft an Fragen an, die ihm dieser oder jener Mensch stellt, und seine Antworten rufen zur augenblicklichen Entscheidung. Doch ist Jesus kein Kasuist und kein Situationsethiker, sondern gibt im Einzelfall grund-sátzliche Richtlinien. Seine Sittenlehre ist konkrét und doch normatív.
5. Das Urchristentum baut im wesentlichen auf der Sittenlehre Jesu auf. Doch werden in der Gemeinde nach Jesu Auferstehung die theologi-