Bővebb ismertető
Vorbemerkung
Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands blickt auf eine Geschichte zurück, deren Anfänge in der Zeit vor der Gründung des Deutschen Kaiserreidies liegen. Um die Jahrhundertwende war sie zur größten, angesehensten und bestorganisierten Arbeiterpartei der Welt aufgestiegen. Nach dem Ersten Weltkrieg, in dem ihre Einheit zerfiel, gab sie der jungen deutsdien Republik zunächst ihr Gepräge — mit den Vorzügen aber audi den tiefgehenden Strukturschwächen dieser Republik —, um dann deren tragisdies Schicksal zu teilen. Daß die deutsche Sozialdemokratie die totale Zerschlagung ihrer Organisationen durch das nationalsozialistische Regime und die Verheerungen des Zweiten Weltkrieges in ihrem Wesenskern unversehrt überstanden hat und sich, sobald es die äußeren Bedingungen zuheßen, sofort wieder konstituierte, legt es nahe, sie mit einem Wort von Karl Marx als „Partei im großen historischen Sinne" zu bezeichnen: eine politisdie Kraft, die sowohl die Zeiten überdauernde Menschheitsziele als auch die spezifischen Erfordernisse ihrer Epoche repräsentiert und auf deren Erfüllung gerichtet ist.
Diese älteste Partei der Bundesrepublik zählt nun fast eine Million Mitglieder und verjüngt sich in zunehmendem Maße. Zwei Drittel der Menschen, die ihr im vergangenen Jahr beitraten, sind während des Zweiten Weltkrieges oder nach seinem Ende geboren. Die Jahre des Aufbaus der BundesrepubKk und die Rolle der SPD dabei sind für diese Generation bereits Geschichte, jedoch eine Geschichte, die für einen Großteil von ihnen bewußtseinsmäßig sozusagen im Niemandsland liegt. Sie ist ihnen weder direkt noch indirekt als Erfahrung lebendig, noch ist sie soweit „aufgearbeitet", daß sie zum allgemeinen Wissensbestand gehört.
Vor einigen Monaten äußerte sidi der Bundesvorsitzende der Jungsozialisten in der Wochenzeitung des Deutschen Gewerkschaftsbundes über die Schwierigkeiten, die in der SPD durch das Verhältnis zwischen den Generationen entstanden sind. Das Hauptproblem liege darin, so meinte er, daß die jüngere Generation ihr Engagement „aus der theoretisch vermittelten Einsicht über die Gesellschaft" beziehe, während es die ältere Generation „aus dem Aufbegehren gegen Unrecht und Not" entwickelte. Trotz der bei solchen Deutungen oft unvermeidlichen Sdiematisierung, wird hier zutreffend auf einen für
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