Bővebb ismertető
Es ist schwer, Reálist zu sein. Sich Táuschungen hinzugeben — vor allém über sich selbst — ist eine menschliche Möglich-keit und Gefahr, der zu begegnen Bewufitheit, Klarheit und Redlichkeit erforderlich sind. Man kann annehmen, daS die Zahl der Realisten gegenüber der jenigen von Optimisten, Pes-simisten und Phantasten gering ist. So wird von christlicher Seite oft darauf hingewiesen, dafi der weltliche Mensch in einer Unwirklichkeit lebe, nicht realistisch sei, sondern je nachdem eine optimistische oder pessimistische oder phanta-stische Auffassung besáfie, wenn er nicht mit Gott als der letz-ten Realitát rechne. Diese Feststellung stimmt für viele Falle. Aber ist der Christ selber von solchen Táuschungen ausge-nommen? In einem Brief wurde mir mitgeteilt:
Menschen, denen Gott begegnet ist, denken nicht daran, sich mit seelischen oder weltlichen Kümmernissen an an-dere Menschen zu wenden, weil sie sich weder einsam noch verlassen fühlen und wissen, dafi dadurch Hilfe nicht kommen kann.
Es mag Menschen geben, die sich mit ihren Schwierigkeiten an keinen anderen wenden; das sind aber nicht nur Christen, sondern auch andere. Umgekehrt ist festzustellen, daE die mei-sten oífensichtlich das Bedürfnis nach Austausch wie nach Rat habén, sehr wohl auch die Christen. Es ist zu fürchten, dafi die Feststellung des Schreibers auf eine Gesetzlichkeit hinaus-láuft. Übersetzt heifit das etwa: Wer mit seinen Problemen alléin nicht zu Rande kommt, wer sich einsam und verlassen fühlt, wer Rat und Hilfe in Anspruch nimmt — der ist kein Christ, auch wenn er das sagt. Weshalb, so würde ich fragen, ist in der Bibel von Trost und Trösten so háufig die Rede? Doch oífensichtlich, weil der Mensch des Trostes bedarf, um getrost sein zu können. Gott betrachtet und behandelt uns als Menschen und nicht als Übermenschen. Es geht im christlichen Glauben und Leben eben nicht nach der Formel: »Reií> dich zusammen, streng' dich an! Du muSt mit allém alléin fértig werden.« Auch der Christ kann in Nöte, Schwierigkeiten,