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Ende des Jahres 1941 erreichte der Krieg im Pazifik auch Niederlän-disch-Indien. Am 7. Dezember hatten die Japaner Pearl Harbor überfallen, und tags darauf erklärte Königin Wilhelmina der Niederlande - unmittelbar nach den USA und Großbritannien - Japan den Krieg. In den folgenden drei Wochen hatte es so ausgesehen, als wollten die Japaner nach Singapur und Australien vorstoßen, ohne Niederländisch-Indien anzugreifen. An der Insel Borneo jedenfalls hatten sie zunächst überhaupt kein Interesse gezeigt.
Als die Japaner schließlich doch in der britischen Kolonie Sarawak an der Nordküste der Insel landeten, befand sich Herman Winsum, Redakteur für Kultur und Religion beim Daghlad van Borneo, hundertfünfzig Kilometer weiter landeinwärts in der Erdölstadt Rauwatta. Er war am Vortag von Bandjarmasin, dem Hauptort der Insel, nach Rauwatta gekommen, um über die Aufführung von Oscar Wildes „Bunbury" durch eine Laienschauspielgruppe der Stadt zu berichten.
Zum Zeitpunkt der japanischen Invasion besprach Herman gerade die geplante Theaterseite in der Wochenendausgabe mit Josephine Boom, der Lokalredakteurin der Zeitung. Der Geschäftsführer des „Hôtel des Indes" hatte ihnen für den Vormittag das Konferenzzimmer zur Verfügung gestellt. Dort versorgte man sie unaufhörlich mit kleinen Gläschen eiskalten holländischen Genevers, ein Service, für den das Hotel berühmt war.
Josephine Boom, so vermutete Herman, war die Frau eines Ölmagnaten, die genügend Freizeit hatte, um das Leben in vollen Zügen genießen zu können. Für Hermans Geschmack war die statthche Blondine in den Dreißigern etwas zu fülhg. Josephine Boom trug ein weißes Baumwollkostüm, weiße Seidenstrümpfe und eine offenbar echte Perlenkette, die in den Tiefen ihres Dekolletés versank. Die Dame mit ihren delftblauen Augen warf Herman wiederholt verführerische Blicke zu, die nach dem vierten Glas Genever eine ausgesprochen beunruhigende Wirkung hatten. Frau Boom entpuppte sich jedoch als Profi, was ihre Arbeit anbelangte. Sie konnte