Bővebb ismertető
EINLEITUNG
Eine nackte, blauschwarze Asphaltbahn zieht sich, keine sechs Meter breit, zwischen sauber gesdiicJiteten, mit schmutzigem Schnee bedeckten Sandsteinstapeln in leichter Krümmung dahin. Dichter Nebel durchflutet das öde Ruinengelände, gibt da und dort eine Mauer, einen Laternenstumpf, einen ragenden Kamin oder die lederbraunen Stengel vorjähriger Königskerzen frei und verhüllt sdinell wieder all die Dinge, die einmal neu und lebendig waren, ihren Zweck erfüllten oder das Auge erfreuten. Ein junger Mensdi, angetan mit schwarzem Regenmantel und Baskenmütze, schreitet auf der aufgeräumten und noch ganz leidlich erhaltenen Straße dahin und ist sich im Zweifel, ob er nicht doch den Weg verfehlt habe. Als aber im gi-auen Nebel, der ihn an diesem Februarvormittag umgeistert, für einen Augenblick in seiner Wegrichtung das düstere Ruinenstück hochragender Pflaster, eines leeren Rundfensters und eines kräftigen, schneebedeckten Giebelsimses zu sehen ist, weiß er, daß er getrost weitergehen kann, denn an der Frauenkirche muß er vorüber, wenn er das Gebäude erreidien will, das das Institut für Denkmalspflege und das Planarchiv beherbergt.
Er ist auch bald am Eingang und steigt nun auf den Granitstufen zum ersten Stockwerk empor. Obwohl er jung ist und eigentlich einen untemehmungsfreudigen Eindruck macht, schaut er doch im Augenblick recht nachdenklich vor sich hin. Das hat seinen Grund: Der junge Mensch ist Ardiitekt oder ist im Begriff, es zu werden. Beim Anblick der beiden trostlosen Stümpfe der Frauenkirche fällt ihm ein, wie er im vergangenen Sommer zusammen mit anderen Kommilitonen den Auftrag erhalten hatte, diese Ruinenteile, den gerundeten Chorteil gegen