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DIE STEINKLOPFER
Wer in früherer Zeit — heutzutage ist der Eindruck nicht mehrso gewaltig —die Bahn über den Semmering, die sich lángs gáhnender Abgründe und schroffer Fels-wánde emporwindet, zum ersten Male befahren hat, der wird, wenn der Zug über schwindelerregende Viadukté donnerte oder plötzlich mit sdirillem Pfeifen in die Nacht endlos scheinender Tunnels hineinbrauste, jene mit erhabenem Grauen gemischte Bewunderung empfunden habén, die uns stets überkommt, wenn wir etwas, das wir bisher für unmöglich gehalten, verwirk-licht vor uns sehen. Und wenn dann die gekoppelte Wagenreihe, allmáhlich ebenen Boden erreichend, wie-der gefahrlos zwischen lachenden Triften forteilte, dann wird er sich voll Stolz, der Sohn eines Jahrhunderts zu sein, das solche Wunderwerke hervorbringt, in sei-nen Sitz zurückgelehnt und sich mit halbgeschlossenen Augen hinübergetráumt habén in die Errungenschaften der Zukunft, welche in der Eröfínung des Suezkanals und dem Durchstich des Mont Cenis noch immer nicht ihre kühnste Betátigung gefunden. An eines aber, das kann man zuversichtlich annehmen, werden die wenig-sten gedacht habén: an die Tausende und Abertausende von Menschen, welche im Schweifíe ihres Angesichtes, allén Fáhrlichkeiten preisgegeben, Felsen gesprengt, Steinblöcke gewálzt, Abgründe überbrückt und so recht eigentlich jene Verkehrsstrafie geschaíTen, auf welcher man, fast so rasch wie der Gedanke, aus der unruh-vollen, staubdurchwirbelten Hauptstadt am Ufer der Donau an den Strand der blauen Adria versetzt werden kann. Von zweien solcher armen Menschen, welche seit jeher, ohne dafí ihnen selbst bis jetzt die Segnungen des Fortschritts zuteil geworden wáren, treulich mit-