Bővebb ismertető
„Der Geist hat Wandelbarkeit, aber nicht Vergänglichkeit."
Jacob Bnrckhardt
VORWORT
Die Aufgabe unseres Buches ist eine vorwiegend praktische: es soll den vielen, die sich heute für die alten Bauten in unserem Vaterlande und in den anderen Ländern Europas interessieren, eine sachliche und doch nicht trockene Anleitung sein, selbständig aus den Formen der Bauten die großen geschichtlichen Zusammenhänge ihrer Entstehung und ihres allmählichen Wachsens durch Generationen zu verstehen und zu deuten. Wie stark das Bedürfnis nach solcher Anleitung ist, beweist auf jeder Reise die Beobachtung der immer stärker an Zahl anwachsenden Besucher alter Baudenkmäler und die aus ihren Reihen stets erklingende Frage nach dem Stile des ganzen Bauwerkes oder nach den verschiedenen Stilen seiner mannigfaltigen Teile.
Gewiß ist ein rein künstlerischer Genuß möglich auch ohne das Wissen um den Stil des Werkes. Gewiß ist die rein verstandesmäßige Feststellung, ob romanisch oder gotisch oder barock, noch kein Beweis künstlerischer Erfassung des Bauwerkes. Aber sehr wohl kann die stilistische Betrachtung eines Baues, die uns nötigt, auf vielerlei Einzelzüge zu achten und die Beobachtungen sinnvoll zusammenzustellen, die Brücke zu einem vertieften künstlerischen Erlebnis werden, und eine solche Anregung eben erhoffen wir uns von dieser Arbeit.
Es ist mit dieser Zielsetzung zugleich gesagt, was unsere Arbeit nicht ist und nicht sein kann. Sie ist ebensowenig eine Philosophie des Stiles oder der Stile wie eine Geschichte der Baukunst.
Wir wollen also hier nicht die schon recht gewaltige Literatur über den in seiner Proteusnatur ewig vieldeutigen Begriff Stil vermehren.