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Südstadt
Hannovers Südstadt, Februar, die Gastwirtschaft Taverne. Die Bierstube mit Speisebetrieb ist gut gefüllt. Am Tresen parlieren die Wirte Armin und Gerrit mit Stammgästen, gerahmt von der Weihnachtsdeko, die hier bis Ostern an den Wänden kleben wird. Hinten rechts am Stammtisch hocken die Brüder Quasthoff, vor sich wuchtige Mettwurstbrote und zwei Gläser Bier. Michael, der große, kaut. Thomas, der kleine, spricht:
TQ: » und dann sage ich, warum soll ich meine Au-tobiografie schreiben. Mit geht's doch gut. Ich bin kein berühmter Alkoholiker, ich hab mir mein Geld nicht ergaunert, ich schlafe nicht mit prominenten Damen und ans Sterben denk ich eigentlich auch noch nicht.«
MQ (nimmt einen großen Schluck Bier): »Nicht?«
TQ: »Definitiv nicht.«
MQ: »Dann bestellen wir noch zwei.« (Er winkt Richtung Tresen.) »Armin, Gerrit, bitte noch zwei Pils.«
TQ: »Jedenfalls hat sich die Literaturagentin nicht beirren lassen und insistiert, das Leben von berühmten Leuten wäre immer interessant, und ich sei ja ein sehr berühmter Sänger «
MQ: »Stimmt. Aber die meisten Promis schreiben ihre Autobiografie, weil sie nicht mehr berühmt sind.«
TQ: »Hab ich ja auch gesagt. Aber sie sagt, meine Geschichte ist etwas ganz Besonderes «
MQ: »Das Argument würde ich tatsächlich gelten lassen. Conterganopfer, dem die Musikhochschule das Studium verwehrt, singt sich aus dem Streckverband zum