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EINFÜHRUNG
Die frühen Stuarts (1316—1512)
„Was hat Ihre Familie getan, Sir, um derart, durch so viele Jahrhunderte, die Rache des Himmels auf jeden ihrer Zweige herabzulenken?" fragte ein treuer Jakobite den Prinzen Karl Eduard.
Von allen Dynastien, die einen Thron einnahmen, war in der Tat keine in so lückenloser Folge vom Unglück verfolgt. Nie gab es Herrscher, die heißer geliebt wurden, denen treuer gedient, nie gab es Herrscher, denen größere und bereitwilligere Opfer gebracht wurden, und nie wurden Opfer vergeblicher gebracht. Ü
Fast immer mit bemerkenswerten Fähigkeiten, glänzendem Mut und einer anziehenden Persönlichkeit begnadet, kämpften die vom Schicksal gezeichneten Stuarts hoffnungslos gegen ihre leidvolle Bestimmung an. Sie wurden als falsch, engherzig, eigensinnig, unbelehrbar verschrien, als Urheber ihres eigenen Unglücks. Man legte ihrem ganzen Geschlecht politische Tyrannei zur Last; aber diese Beschuldigung verschleiert nur die wahre Ursache ihres Untergangs. Die Religion war der Fels, an dem sie scheiterten, und wenn auch ihre persönlichen Charaktere ohne Zweifel die Ereignisse beeinflußten, war die letzte Katastrophe unvermeidlich durch das Aufeinanderprallen sittlicher und geistiger Kräfte.
Die ersten Stuarts, gute Freunde ihres Volkes, besaßen in der Allianz von Thron und Altar ein BoUwerk gegen Unterdrückung und Anarchie, und ihre Nachfolger zogen südwärts, in gleichem Maße Erben dieser Tradition wie der absoluten Tudormonarchie. Sie dachten sich keine neuen Prärogative aus, keine neuen Machtansprüche; aber in Unkenntnis des englischen Charakters legten sie das fest, was die Tudors nur dem Schein nach behaupteten, und drängten einer denkenden, wachsenden Nation das Gefühl ihrer Lage auf. Die Zeit war revolutionär in politischer, reUgiöser und