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New York, 15. Februar 1993 Antonio Cavalli musterte verstohlen den Araber, der seiner Meinung nach für einen Botschaftssekretär, zudem Stellvertreter des Botschafters, viel zu jung aussah. „Einhundert Millionen Dollar", sagte Cavalli. Er betonte jedes Wort langsam, beinahe andächtig. Hamid AI Obaydi schob eine Perle seiner Gebetsschnur über den sorgfältig manikürten Nagel seines Daumens. Dieses Klicken ging Cavalli allmählich auf die Nerven. „Einhundert Millionen - einverstanden", erwiderte der Botschaftssekretär in abgehacktem Englisch. Cavalli nickte. Das einzige, was ihn an der Sache störte, war, daß AI Obaydi nicht einmal den Versuch machte zu handeln, obgleich diese Summe das Doppelte dessen war, was der Amerikaner eigentlich zu bekommen gehofft hatte. Cavalli hatte aus bitterer Erfahrung gelernt, niemandem zu trauen, der nicht feilschte. Es bedeutete für gewöhnlich, daß der andere von vornherein gar nicht zu zahlen beabsichtigte. „Wenn der Preis also klar ist", sagte er, „bleibt nur noch zu klären, wie und wann die Zahlungen erfolgen sollen." Der Botschaftssekretär schob eine weitere Perle über den Daumennagel, dann nickte er. „Zehn Millionen Dollar sofort in bar", sagte Cavalli. „Die restlichen neunzig Millionen auf ein Schweizer Bankkonto, sobald der Vertrag erfüllt ist." „Aber was bekomme ich für meine ersten zehn Millionen?" fragte der Botschaftssekretär und fixierte sein Gegenüber. „Nichts", entgegnete Cavalli, obwohl er zugeben mußte, daß die Frage des Arabers durchaus berechtigt war. Schließlich hatte der Botschaftssekretär viel mehr zu verHeren als nur das Geld seiner Regierung, wenn Cavalli seinen Teil der Abmachung nicht erfüllte. AI Obaydi klickte mit einer weiteren Perle. Er wußte, daß ihm kaum eine Wahl blieb - er hatte zwei Jahre gebraucht, um diese Besprechung