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Santiago Cereza gähnte ausgiebig und stützte den Kopf zur Abwechslung in die rechte Hand. Seit einer Stunde sah er den schwarzen Trägern zu, die dicht unter ihm vorüberstapften und Last um Last an Bord der „Susan Miller" schleppten. Warum müssen Laufstege eigentlich immer so verdammt dünn sein, ging es ihm durch den Sinn, als er sah, wie sich die schmale Planke jedesmal beängstigend weit nach unten bog. Klar, daß die paar Meter immer eine Mordsquälerei sein mußten.
Fünf Schillinge pro Tag erhielten die Neger für diese Arbeit, und der Tag war für sie jetzt um sieben Uhr noch immer nicht zu Ende. Dennoch beneidete er sie manchmal um diesen Verdienst; wenn nichts dazwischenkam, hatten sie jede Woche vier oder fünf Tage zu tun.
Schwarz müßte man sein, dachte er grinsend und sah dem sommersprossigen Superkargo über die Schulter, der neben ihm unter einem Sonnensegel saß und jedesmal einen Strich auf seiner Liste machte, wenn wieder ein Ballen über den Laufsteg verschwunden war.
Jetzt werde ich den mal ein bißchen durcheinanderbringen, nahm Cereza sich vor und stieß ihn an. „Wie ist denn das, Bennison: kann ich beim nächsten Dampfer nicht auch mal mitschleppen? Ich brauche Bewegung, wissen Sie!"
Der Sommersprossige blickte gar nicht auf. „Wohl besonders witzig aufgelegt heute, was?"
Cereza hatte sich schon wieder auf seine Kiste gelümmelt. „Haben Sie schon mal einen gesehen, der solche Schuhe anhat wie ich und Witze macht?" Er streckte den linken Fuß vor, der in einem Halbschuh mit einer hauchdünnen Sohle steckte. „Ich kann schleppen, wenn ich auch nicht so aussehe."
Der unter dem Segel holte hastig zwei Striche nach. „Das kann doch wohl nicht Ihr Ernst sein! Sie als Weißer unter den ganzen Niggern?"