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Zum Geleit
Die in der vorliegenden Sammlung zusammengestellten Dokumente zeigen anschaulich, welche Entwicklung Thomasschule und Thomanerchor, die im Jahre 1962 auf ein yjojähriges Bestehen zurückblicken können, in diesem Dreivierteljahrtausend erlebten.
Wir sehen in der Geschichte der Thomasschule ein getreues Spiegelbild des deutschen Bildungswesens der vergangenen 750 Jahre. Der Weg führt vom Unterricht der Thomasschüler im sogenannten Trivium (Grammatik, Dialektik, Rhetorik), verbunden mit der lateinischen Sprache, auf der Grundlage des mittelalterlichen Weltbildes bis zur Beschäftigung mit den neuesten Erkenntnissen der Naturwissenschaften unserer Zeit, in der der Mensch die ersten Schritte in den Kosmos tut.
Viele bedeutende Gelehrte sind im Laufe der Jahrhunderte aus der Schola Thomana hervorgegangen, so daß die Arbeit der Schule durch sie weit über die Grenzen der Stadt Leipzig hinaus wirkte. Aber noch viel größer ist die Ausstrahlung der musikalischen Arbeit der Schule und ihres Chores. Durch den Thomaskantor Johann Sebastian Bach erlebte die Thomasschule einen Höhepunkt ihrer Entw icklung, der für die Musik in der ganzen Welt von Bedeutung ist.
Die Pflege der besten kulturellen Traditionen des deutschen Volkes in der Thomasschule wurde nach dem zweiten Weltkrieg von der Regierung der Deutschen Demokratischen Republik tatkräftig gefördert. Die Aneignung der kulturellen Werte der Vergangenheit und ihre Weiterentwicklung in der Gegenwart an der Thomasschule sind ein Beispiel unserer sozialistischen Kulturpolitik.
Professor Dr. Heinz Nöbert Direktor der erweiterten Thomas-Oberschule und Vorsteher des Thomanerchores
Leipzig - Johann Sebastian Bach - Thomanerchor: drei Begriffe in der ganzen Welt, unlösbar miteinander verbunden, harmonierend wie die Töne eines Durdreiklanges.
Leipzig, die 800jährige Stadt im Herzen Deutschlands, politisch und kulturell gleich bedeutsam, wurde auch ein Nährboden für die künstlerisch-