Bővebb ismertető
Prolog
Sonntag morgen, halb elf. Basel erstarrte im eisigen Sprühregen; es war März und noch kalt. Über dem gotischen Münster wanderten Nebel. Der Regen verdunkelte den roten Sandstein, und beide Türme ragten hoch und kräftig empor wie Arme zum Gebet. Die Menge wartete; ein Wirrwarr von Stimmen erfüllte den Vorplatz, die aufgespannten Schirme leuchteten bunt und fröhlich. Ich war mit meiner Mutter aus Zürich gekommen, Tenzin hatte das organisiert und uns die Einladungen besorgt. Amlas Augen strahlten in verhaltener Freude. Auf ihrem straff geflochtenen Haar glänzten Regentropfen. Sie trug mit feinem Stolz die tibetische Tracht; ihre hohe Gestalt, ihr ovales, kupferbraunes Antlitz zogen manchen Blick auf sich. Die Menschen waren sehr zahlreich an diesem regnerischen Morgen, sie standen gruppenweise, und es kamen immer noch mehr. Ihre Gesichter zeigten eine Mischimg aus Neugierde und Erwartung, angeregt und glücklich. Ein Ausdruck, der mir gefiel. Und mitten unter dem Regen empfand ich auf einmal eine wohltuende Vertraulichkeit im Niederplätschern der Tropfen, ein Befreimdetsein mit der Lebensluft, die mich umfing, auch wenn sie kühl war. Die Gegenwart der schützenden Geister wurde mir ebenso bewusst wie im weiten tibetischen Raum. Unruhige, geniale Geister waren es, die hier wirkten, und die alten Steine beherbergten Visionen. Schon möglich, dass