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Auspacken
Hundertvierunddreissig Häute! Wir haben sie nicht ausgestopft, wenn Sie mich schon fragen; o nein, was ist das für ein plattes und entwürdigendes Wort! Wir haben hun-dertvierunddreißig Häuten ihren Körper zurückgegeben; wir haben die Tiere wiederbelebt in ihren schönsten Posen und sie, wie es ihnen gebührt, in die Savannenlandschaft hineingestellt. Mancher Besucher unserer Dioramen-Sammlung hat schon zu sehen geglaubt, wie die Ohren einer Gazelle zucken oder wie der Kaffernbüffel einen Schritt auf ihn zu macht, und manch ein Kind ist angesichts unserer Löwen ängstlich zurückgewichen und hat sich in die Arme der Mutter geflüchtet.
Mein Lehrmeister, der große Georg Ruprecht, hat mir erzählt, wie es damals war, als die großen Kisten aus Afrika ankamen, die Kisten mit den Häuten, den abgefleischten Schädeln, dem Gehörn, den Bein- und Beckenknochen. Ich selbst trat ja erst vier Jahre später, 1927, in den Dienst des Museums. Mit ihrem Wagen fuhr die Speditionsfirma vor dem alten Gebäude an der Waisenhausstraße vor, und der Präparator Ruprecht nahm, zusammen mit Dr. Baumann, dem Kurator der zoologischen Sammlung, die neue Sendung in Empfang, Die Holzkisten waren in mehrere Schichten Packpapier eingeschlagen, solide verschnürt, mit Etiketten beklebt, unzählige Male abgestempelt und von Zollbehörden visiert. Man sah die Spuren der Reise, die Risse im Packpapier, Schmierstellen auf der Adresse in Fräulein von Watten-wyls Handschrift. Herr Ruprecht bedachte mit Ehrfurcht, woher die Kisten kamen und wie viele Tausend Kilometer