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ERSTES KAPITEL I „Macht Schlufi!" Erwin verstand die Worte, obwohl sie der Hauptmann nur knurrte. Er begrifí, dafi sein Ende bevorstand. Als gestern die weifien Garden den Marstall gestürmt hatten, war ihm sein eigener Tod noch unfafibar erschienen. Er war zwar gewohnt, mit dem Tod zu rechnen, seit er sich gleich 1914 als halber Junge freiwillig gemeldet hatte. Damals versprach die Armee mehr als die eigene verwaiste, elende Jugend. Lieber in einer Uniform stecken als in dem kláglichen Kittel der Müllabfuhr von Berlin; elender Arbeitsplatz, den ihm der Onkeí verschafft hatte, weil er ihn nicht lánger ernáhren und auch nicht das Geld für eine Lehrstelle ausgeben wollte. Das Echo tönte noch zweimal aus seinem Innern oder zwischen den Záhnen des Hauptmanns: Schlufi! Schlufi! - Damals war die Armee für ihn alles in einem gewesen: Mutter, Heimat und Zuflucht. Er hatte die Worte Éhre und Vaterland genauso bereitwillig angenommen wie die Waffen; plötzlich war er, der Knirps, den man nur geduldet oder geprügelt oder vergessen hatte, zu grófién Dingen bestimmt. Nach den ersten Anfállen physischer Angst war ihm die Todesdrohung natürlich geworden, wie allén Menschen auf Érden, die allesamt wissen, dafi sie einmal sterben müssen, ohne sich dauernd durch diese Voraussicht stören zu lassen. Aber sein echtes Leben hatte genaugenommen im Dezember 1916 begonnen. Damals war ihm das erste Flugblatt im Schützengraben in die Hánde gefallen. Seit diesen Tagén werden keine drei Jahre mehr vergangen sein, wenn „macht Schlufi" wirklich das Ende bedeutete. Er konnte den dünnen schaumigen Schwarm sinnloser Hoíínungen nicht verjagen, der erst mit dem Quietschen der Autobremse in seinem Kopf verquoll. Seit damals das Flugblatt an ihn gekommen war, hatte das Sterben etwas an-