Bővebb ismertető
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Dreizehn deutschsprachige Erzähler entführen den Leser ins magische Reich der Hexen und Vampire, der Wieder- und Doppeltgänger, der über- und unterirdischen Geister.
Auf mitternächtlichen Kirchhöfen, in einsamen Häusern und halbverfallenen Schlössern tragen sich seltsame Dinge zu: aus Gräbern und Grüften stelzen tanzlustige Gerippe zi^m gespenstigen Totenball, ein ermordeter Obersteuereinnehmer besucht in der Geisterstunde seinen wenig beherzten Amtsnachfolger, und das zauberhaft schöne Marmorbild einer polnischen Fürstin aus längst vergangenen Zeiten erwacht unter den Küssen eines betörten Jünglings zu neuem, unheilvollem Leben. Ungeheuerliches geschieht aber auch am hellen Tage, inmitten belebter Städte. Der feinsinnige, distinguierte Herr von Pepinster zum Beispiel verwandelt sich unter den Augen seiner ahnungslosen Mitmenschen in einen armseligen, klapperigen Popanz, der zum Schrecken der Vögel seine hölzernen Arme gen Himmel reckt.
So verschieden wie die Lebenszeit, Herkunft und künstlerische Handschrift der Autoren sind auch Formen und Motive der hier versammelten Erzählungen. Nicht selten führen sie uns in märchenhafte, legenden-umwobene Gegenden, werden - wie bei Sacher-Masoch und Gerstäcker - uralte Sagenmotive aufgenommen und zu neuen poetischen Gebilden von eigenartigem Reiz geformt. In den klassisch gebauten Novellen Kleists und Heyses sind persönliche Schuld, das Verletzen elementarer Gebote des menschlichen Zusammenlebens Anlaß
Johann Peter Hebel
Merkwürdige Gespenstergeschichte
Verwichenen Herbst fuhr ein fremder Herr durch Schliengen, so ein schöner, braver Ort ist. Den Berg hinauf aber ging er zu Fuß wegen den Rossen und erzähhe einem Grenzacher folgende Geschichte, die ihm selber begegnet ist.
Als der Herr ein halbes Jahr vorher nach Dänemark reiste, kommt er auf den späten Abend in einen Flecken, wo nicht weit davon auf einer Anhöhe ein sauberes Schlößlein stand, und will über Nacht bleiben. Der Wirt sagt, er habe keinen Platz mehr für ihn; es werde morgen einer gerichtet, und seien schon drei Scharfrichter bei ihm über Nacht. So erwidert der Herr: „Ich will denn dort in das Schlößlein gehen. Der Zwingherr, oder wem es angehört, wird mich schon hineinlassen und ein leeres Bett für mich haben." Der Wirt sagt: „Manch schönes Bett mit seidenen Umhängen steht aufgeschlagen in den hohen Gemächern, und die Schlüssel hab ich in Verwahrung. Aber ich will es Euch nicht raten. Der gnädige Herr ist schon vor einem Vierteljahr mit seiner Frau und mit dem Junker auf eine weite Reise gezogen, und seit der Zeit wüten im Schlößlein die Gespenster. Der Schloßvogt und das Gesinde konnten nimmer bleiben; und wer seitdem in das Schlößlein gekommen ist, der geht zum zweiten Mal nimmer hinein." Darüber lächelt der fremde Herr; denn er war ein herzhafter Mann, der nichts auf die Gespenster hielt, und sagt: „Ich will's probieren." Trotz aller Widerrede mußte ihm der Wirt den Schlüssel geben, und nachdem er sich mit dem Nötigen zu einem Gespensterbesuch versehen hatte, ging er mit dem Bedienten, so er bei sich hatte, in das Schloß. Im Schloß kleidete er sich nicht aus, wollte auch nicht schlafen, sondern abwarten, was geschieht. Zu dem Ende stellte er zwei brennende Lichter auf den Tisch, legte