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Einleitung: Was ist ein Verbrechen?
Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs flogen die Luftstreitkräfte Großbritanniens und der USA eine massive Bomberoffensive gegen deutsche und japanische Städte, die mit der Zerstörung von Dresden und Tokio, Hiroshima und Nagasaki endete. War diese Bomberoffensive ein Verbrechen gegen die MenschUchkeit? Oder war sie durch die Notwendigkeiten des Krieges gerechtfertigt?
Diese Fragen umreißen eine der bedeutendsten noch ungelösten Kontroversen über den Zweiten Weltkrieg. Und in den Jahrzehnten seit Kriegsende ist die Auseinandersetzung sogar noch heftiger geworden, da der historische Abstand eine unvoreingenommenere Prüfung des »Flächenbombardements« erlaubt - jener Strategie, die darin besteht, ganze Städte und ihre Zivilbevölkerung gezielt mit Spreng-und Brandbomben und letztlich auch Atombomben anzugreifen.
Die Kontroverse um das Flächenbombardement verschärft sich nicht zuletzt deshalb, weil im heutigen Deutschland und Japan Menschen zunehmend über das Leid sprechen, das die Bombenangriffe ihren Eltern und Großeltern zufligten, und diese auch als Opfer sehen, die zu den vielen Leidtragenden dieses gewaltigen weltweiten Konflikts zählen. Wie sollen wir, die Nachfahren der siegreichen Alliierten, auf die moralische Herausforderung durch die Nachkommen derjenigen reagieren, deren Städte von alliierten Bombern angegriffen wurden?
Die Tatsache, dass die Nachfahren der Bombardierten begonnen haben, Fragen über die Erfahrungen ihrer Eltern und Großeltern zu stellen, ist ein triftiger Grund fiir den Versuch, diese Kontroverse heute endgültig beizulegen.
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