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Am 28. Februar 1970 verstarb im Alter von vierundsiebzig Jahren Antonia Johanna Barbara Behringer, verwitv^ete Köppermann, geborene Wotersen im Sanatorium Behringer zu Greinsberg bei Freudenstadt. Sie war die Ururenkelin der schönen unglücklichen Kathrine, die Urenkelin der schönen einsamen Magdalena, die Enkelin der schönen starken Barbara und die Tochter von Hilda Wotersen, die an der Liebe gestorben ist.
Antonia war meine Mutter, und ich habe sie erst nach ihrem Tod richtig kennengelernt. Zeitweilig habe ich sehr an ihr gelitten, das war, als sie so sehr an sich selbst gelitten hat.
Daß man ihren Lungenkrebs nicht rechtzeitig erkannt hatte, obgleich doch mein Stiefvater Ludwig Behringer ein bekannter Lungenarzt war, hatte mit der unterschiedlichen Lebensweise meiner Mutter und Ludwig Behringers zu tun. Mutter hielt sich meist in Hamburg auf, wo sie ein großes Bestattungsinstitut leitete, mein Stiefvater kümmerte sich vor allem um das Sanatorium im Schwarzwald, das beiden gemeinsam gehörte. Man könnte es auch so ausdrücken: Mama lebte für die Toten, ihr Mann für diejenigen, die er dem Tod zu entreißen versuchte.
Dennoch hingen sie sehr aneinander, und ich hatte eigentlich nie das Gefühl, daß sie sich auseinandergelebt hätten. Meine Mutter fuhr regelmäßig nach Greinsberg, wo sie sich vor allem um die wirtschaftliche Organisation des Sanatoriums kümmerte. Und natürlich, um bei ihm zu sein.
Als junge Frau, die selbst in einer turbulenten Ehe lebte, konnte ich mich nicht genug darüber wundern, daß die beiden niemals stritten, sich überhaupt nie uneinig zu sein schienen. Alles geschah