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V O R W O R T
Das vorliegende Buch behandelt die Leidensgeschichte des Ostmarkdeutschen, der vor tausend Jahren aus seinem Vater-land gezogen, jahrhundertelang der Trager des habsburgischen Völkerreiches gewesen, um nach dessen Zerschlagung durch die Feindmáchte des Weltkrieges für die dem altén Österreich an-gelasteten Sünden büíSen zu müssen.
Mein vor einem halben Menschenalter erschienenes Werk „Der Zerfall Österreichs" galt der Frage nach den tieferen Ur-sachen der Auflösung des Habsburgerreiches im November 1918. Wie war es möglich, dafi die „weitláufige und herrliche Monarchie", als die Prinz Eugen seine Wahlheimat stolz be-zeichnet hatte, mit ihren schier unermeBlichen Kraftquellen schon lange vor dem Zusammenbruch dem Siechtum verfallen war? Dafí es sich hier um ein Problem von höchstem — nicht blofí historischem — Interesse handelte, bewies der unerwartete Erfolg des Buches, das in kürzester Zeit vollstándig vergriffen war. Einem seit vielen Jahren von den verschiedensten Seiten geáufierten Wunsche nachkommend, habe ich mich zu einer Neubearbeitung der tief auch in die Gegenwart greifenden Frage entschlossen. Ich fand so Gelegenheit, die mir in mehr oder weniger freundlicher Form zuteil gewordenen Winke „für eine zweite Auflage", und vor allém das in der Zwischenzeit in überreichem Mafie zutage geförderte einschlágige Schrifttum — es sei nur an das monumentale Werk Heinrich v. Srbiks über die „Deutsche Einheit" erinnert — zu verwerten, konnte über-dies einen Schönheitsfehler im damaligen Aufbau meiner Arbeit beseitigen. Die Ára des Kaisers Franz und des Fürsten Metternich, die als die eigentlich „schicksalsbildende Zeit" ausführ-licher behandelt, nahezu den ganzen ersten und einen groCen Teil des zweiten Bandes ausfüllte, erscheint nunmehr wesent-