Bővebb ismertető
Zum Geleit
Nachdem die Europäer die Erde entdeckt hatten, schickten sie sich an, ihren eigenen Erdteil zu entdecken - diesmal aber nicht als Eroberer und Abenteurer, sondern als Reisende (wie man damals die Touristen nannte). Die Engländer waren die ersten, die schon am Ende des 18. Jahrhunderts in die Schweizer Berge stiegen; dann bevölkerten sie die Côte d'Azur, während die Deutschen ihre Sehnsucht nach dem Süden durch Italienbesuche befriedigten. Franzosen, Holländer, Skandinavier folgten, und heutzutage gerät alljährlich ganz Europa in Bewegung, um in den schönsten Regionen unseres Kontinents die Ferien zu verbringen. Es scheint wohl kaum noch ein Fleckchen zu geben, das nicht von Touristen besucht wird und das nicht auf gut ausgebauten Straßen erreichbar wäre. So stellt sich die Frage, ob man von Traumstraßen Europas überhaupt sprechen kann: sind sie voistellbar in einem Erdteil, der so dicht besiedelt und hochindustrialisiert ist? Bei dem die Freiräume immer mehr abnehmen und die Städte schier grenzenlos in ihr Umland hineinwuchern? Sind überhaupt noch Gegenden, Landschaften, Regionen zu finden, die nicht überlaufen sind, in denen der Mensch frei sein kann und wo er noch ursprünglicher Natur und unverstellter Geschichte begegnen kann? Trotz aller düsteren Prognosen von Pessimisten ist unser Kontinent - immer noch ! - reich und beinahe unerschöpflich an Städten und Dörfem, Flüssen und Bergen, Tälern und Seen, die sich als Steinchen zu dem Mosaik »Europa« zusammenfügen. Es ist »unser Europa« mit allen seinen Licht- und Schattenseiten, aus dem wir hervorgegangen sind und das wert ist, es zu pflegen und zu erhalten. Die »Traumstraßen Europas« mögen als Anregung verstanden werden, unseren Kontinent zu er-fahren und ihn auf diese Weise kennenzulernen! So kleinteihg sich das Erscheinungsbild Europas auf der Karte darbietet, so vielgestaltig sind die landschaftlichen Gegebenheiten. Auf engem Raum sind die abwechslungsreichsten Szenerien vereint: neben den zerklüfteten Küsten Norwegens die urtümliche Verlassenheit der Berge von Jotunheimen; neben dem stillen Tal der Mosel die Betriebsamkeit am Rhein; auf die weitausholende Geste der flachen Ufer der Normandie folgen die felsigen Küsten der Bretagne; die Bergwelt des Waihs kontrastiert zum paradiesischen Tal der oberen Rhône. Und ähnlich der Vielgestaltigkeit der Landschaften liegen die Stätten europäischer Geschichte eng nebeneinander - Wien und das alte Durchzugstal der Wachau; das Elsaß mit Straßburg bis hin zum ehemahgen Herzogtum Burgund; die Metropole Paris und die bukolische Gelassenheit des Loiretals; der Glanz Roms in den Überresten des Imperium Romanum. Wem aber die Historie zu übermächtig erscheint, der findet in den Zeugnissen europäischer Kultur eine beinahe unerschöpfliche Fülle - die verträumten Städtchen an der Romantischen Straße; Antikes und Mittelalteriiches in der Provence; Granada und das Erbe der Mauren im südlichen Spanien; der schier unermeßliche Reichtum der Toskana und die Schillemde Pracht Venedigs; oder die Wiege unserer Kultur im klassischen Griechenland.
All diese Aspekte werden in diesem Band angesprochen und in Farbaufnahmen gezeigt, in denen der Betrachter Vertrautes ebenso findet wie weniger Bekanntes. Aus der Fülle der Möglichkeiten wurden zweiundzwanzig Gebiete ausgewählt und durch »Traumstraßen« erschlossen: in das jeweilige Gebiet führt ein Text ein, der das wesentliche der Landschaft, seiner Geschichte und Kultur charakterisiert; das dazugehörige Reise-Lexikon spricht die Sehenswürdigkeiten der vorgeschlagenen Route im einzelnen an: Alle hier beschriebenen Routen sind praktisch erprobt, so daß sie dem Reisenden tatsächlich eine Hilfe sind. Aber auch derjenige, der nur in diesem Band blättert, die Bilder betrachtet und die Texte liest, erlebt in seiner Phantasie die Freude des Reisens. Auf die eine oder andere Weise mag der Leser das Land seiner Sehnsucht entdecken - und er wird dabei feststellen, daß der Titel dieses Buches nicht zu viel verspricht: Indem wir uns mit den mannigfachen Landschaften Europas vertraut machen, wird uns unser Erdteil zur Heimat!