Bővebb ismertető
lm Jahre 1560, als man mit dem Bau der Uffizien begann, hat te in Florenz gerade ein politischer Wechsel stattgefunden: die Sieneser Republik war 1554-5 fast in einem Handstreich erobert und Gröfiherzog Cosimo damit Beherrscher eines grófién regionalen Staates geworden, in dem Florenz (bis dahin lediglich ein Stadt-Staat) die Rolle der Hauptstadt übernahm. In diesem Jahre 1560 hielt Cosimo seinen feierlichen Einzug in Siena; anschliejiend begab er sich nach Rom, wo er von Papst Pius IV empfangen wurde, der ihn zum König der Toskana zu erheben gedachte. Cosimos Sohn Francesco schrieb ihm zu diesem Anlafi: ... Ich weifi, dafi Eure Exzellenz was Antiquitaten anbetrifft seinem Willen genüge getan und dafi Er deren mehr gefunden hat, als zur Einrichtung des Camerino erforderlich sind, denn Er schreibt, dafi Er Rom ihrer zu entblöfien gedenkt. Ich bin begierig, sie zu sehen..."; diese Skulpturen befinden sich heute wahrscheinlich in der Galerie. Zu jenem Zeitpunkt beabsichtigte Cosimo jedoch lediglich, mit den Uffizien ein gro/les Verwaltungszentrum zu schaffen, das sich dem Sitz der Regierung im Palazzo Vecchio direkt anschlofi. Es sollten dort Ámter (Uffizi") oder auch die Magistratur untergebracht werden (tatsachlich lautete der allererste Name ,J Magistrati"). Nach seinem grófién politischen Erfolg war es Cosimos Anliegen, Florenz um weitere grofiartige Monumente zu bereichern; so begann eine neue Blütezeit für die Kunst. Für den Springbrunnen auf der Piazza Signoria wurde ein Wettwerb ausgeschrieben, an dem sowohl Benvenuto Cellini als auch Bartolomeo Ammanati teilnahm, der zur gleichen Zeit den herrlichen Hof des Palazzo Pitti zu bauen begann; Giambologna war bereits dabei, Skulpturen für den Medici-Hof zu schaffen, und der Palazzo Vecchio wurde zur grofiherzoglichen Residenz umgebaut. Die neuen Uffizien sollten Vasaris Meisterwerk werden: eine immer wieder von Loggien und Fenstern durchbrochene theatralisch strenge und gleichzeitig luftige Architektur, in der das toskanische System der Architrave anstelle von Bögen über den tragenden Saulén angewandt ist und, nach Florentiner Tradition, der schöne .pietra serena' mit dem weifien Verputz kontrastiert. Das Gebáude bildet einen U-förmigen Bogén, der sich bis zum Arno erstreckt und einen langen Platz umschliefit. Wie Vasari selbst schreibt, waren beim Bau komplizierte technische Probleme zu lösen: ,,... noch nie habe ich etwas Schwierigeres und Gefahrlicheres gebaut, denn die Fundamente stehen im Flufi, fast in der Luft". Die Fertigstellung (nach dem Tode Vasaris übernahm Buontalenti die Bauleitung) dauerte denn auch zwanzig Jahre; doch war bereits 1565 anláfilich der Hochzeit von Francesco dei Medici mit der Tochter des Kaisers, Johanna von ősterreich, in nur fünf Monaten der einzigartige Korridor geschaffen worden, der von den Uffizien aus über Bögen und Gebaude hinweg den Arno überquert und sich bis zum Palazzo Pitti und zum Boboligarten erstreckt. Wir wissen nicht, welche Gründe im einzelnen Francesco I. (Nachfolger von Cosimo) dazu bewogen, den oberen Bogengáng der Uffizien ab 1581 als Museum zu benutzen. Orientierte er sich dabei an der Vorliebe der Franzosen für Galerien? Schien es ihm, dafi diese lichterfüllten Korridoré zu ihrer Vollkommenheit nach Kunstwerken verlangten? Oder gefiel es diesem exzentrischen Geist, den die standigen Probleme der Regierungsgeschafte mit Ungeduld erfüllten, sich einen privátén Zufluchtsort zu schaffen, wo er sich seiner bevorzugten Bescháftigung mit Kunst und Wissenschafi widmen konnte und gleichzeitig in unmittelbarem Kontakt mit dem Zentrum des politischen Geschehens stand? Tatsachlich gibt es einen Verbindungsgang zwischen den Uffizien und dem Palazzo Vecchio; so konnte Francesco alsó vom Pa-