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DIE UFFIZIEN
Der Palast der Uffizien, heute Sitz einer der berühmtesten Kunstsammlungen der Welt, wurde im Jahre 1560 eigentlich zu ganz anderen Zwecken erbaut. Cosimo 1. beauftragte damals Giorgio Vasari mit dem Bau eines großen Verwaltungszentrums, das die Archive und die Tribunale der 13 Amtsvorsteher der öffentlichen Verwaltung aufnehmen könnte. Alfonso Parigi und Bernardo Buontalenti führten die Bauten nach Entwürfen von Vasari zu eben dieser Verwendung zu Ende. Erst unter Francesco /., im Jahre 1581, nahmen die Uffizien allmählich ihr heutiges Aussehen an. In jenem Jahr wurde die obere Loggia als Museum eingerichtet, der östliche Korridor mit Grotesken ausgeschmückt und als Ausstellungsraum für Statuen, mediceische Porträts und Selbstbildnisse von Künstlern hergerichtet. Im Laufe von anderthalb Jahrhunderten wuchsen die Uffizien durch Schenkungen und vor allem durch eifrige Sammeltätigkeit der Medici zu jener kostbaren Galerie heran, die wir heute bewundern. Den Kern bildeten Miniatur-, Münzen- und Skizzensammlungen, dann kam unter Francesco II. das Erbe von Urbino dazu, später die Sammlung des Kardinals Leopoldo und jene von Cosimo III. Im Jahre 1737, als die Familie Lorena auf die Medici folgte, verfügte Anna Maria Ludovica, die letzte Medici, daß die Kunstschätze der Uffizien unveräußerlich seien und für immer in Florenz verbleiben müßten. Es war ein Zeichen ihrer Liebe zu ihrer Heimatstadt, aber auch ein bindendes Vermächtnis für die Lorena, die daraufhin das ganze XVIII. Jh. hindurch eifrig bemüht waren, die Sammlungen zu erweitern und zu vervollständigen. Sie legten auch archäologische Sammlungen an, sammelten weiterhin Münzen und Stiche, daneben auch ausländische und italienische Maler, die in den ursprünglichen Sammlungen noch nicht vertreten waren. Erst im Laufe des XIX. Jh.s wurde der Kunstbestand der Uffizien angetastet: das ägyptische Museum, die Galerie der Modernen Kunst, die Kleinkunst und die Renaissanceskulpturen wurden in den Bargello verlegt. Die Uffizien wurden so vornehmlich zu einer Bildergalerie. Sie zeigen einen repräsentativen Querschnitt durch die ausländischen und italienischen Schulen vom XIII. bis zum XVIII. Jahrhundert.
Die erste Abteilung zeigt die Entwicklung der italienischen Malerei, florentini-sche und Sieneser Schule, vom XIII. Jh. über jene Gotik, die in Italien unter dem Namen «gotico fiorito» bekannt ist, bis zu den großen Neuerungen des XV. Jh. s. Es folgen die Meisterwerke des Humanismus, angefangen von Ma-saccio über Piero della Francesca und Paolo Uccello bis zum vielschichtigen Werk Sandro Botticellis und der flämischen Schule sowie zu Leonardo da Vinci. Die klassische Renaissance ist vertreten mit Werken von Correggio und Michelangelo, Raffael und Tizian. Die letzte Abteilung gewährt einen Überblick über den italienischen und europäischen Manierismus bis hin zu den großen Meistern des Settecento: Rubens, Carracci und Caravaggio. Die Uffizien sind also nicht nur ein umfangreiches und gutbestücktes Museum verschiedener Kunsttendenzen und - techniken, sondern auch, und das vor allem, ein Zeugnis italienischer Kunst - und Kulturgeschichte.
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