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„München! Dieser Name. Die Feder zittert in meiner Iland, indem ich ihn niederschreibe. Die Stadt des Rausches, der Lustbarkeit, derJugend. Ich bili glücklich, wenn ich mich an sie erinnere." István Csók (1865 -1961) Man könnte viele Maler aufzáhlen, die im 19. Jahrhundert aus den verschiedensten Teilen Europas, sogar aus dem Fernen Osten und Amerika in München arbeiteten. Denn die Künstler der Münchner Schule - und niemand soll an dieser Feststellung Anstofc nehmen - waren fást alle „Zuagroaste". Am zahlreichsten waren die ungarischen Maler vertreten. Dies wird uns nicht nur von dem bedeutenden Genremaler Eduárd von Grützner in seiner Monographie angedeutet. Laut einer unvollstándigen Statistik immatrikulierten sich 200 ungarische Künstler zwischen 1840 und 1890 an der Münchner Akademie. Dieser stárksten auslándischen Vertretung der Münchner Maler im letzten Jahrhundert wird in unseren Tagén kaum Aufmerksamkeit geschenkt, obwohl in Eachkreisen die Verdienste und Bedeutung dieser Gruppé wohl bekannt und anerkannt ist. Bei den hiesigen Ausstellüngen der Münchner Maierei wurde auf sie nur sporadisch hingewiesen. Selbst in der Neuen Pinakothek wird von den ungarischen Malern nur Munkácsys „Besuch bei der Wöchnerin" gezeigt, obschon wir lieber ein bedeuteiideres Gemálde von ihm sehen würden. Es istauch zu beaohten, dafe die ungarischen Maler in München nicht nur rezipierten, sondern der Isarmetropole manche malerischen Impulse vermittelten. Die meisten in diesem Kunstband erwáhnten oder abgebildeten Gemálde befinden sich in der Ungarischen Nationalgalerie in Budapest, in dem riesigen Gebauclekomplex in der Königlichen Burg zu Buda. Ihre vorztigliche Leitung, die neu formierte Ausstellung, deren Exponate aus kunsthistorischen Gesichtspunkten bestens piaciért sind, hat europáisches Niveau. Wegen der vorliegenden Arbeit besuchte ich die Nationalgalerie, die ich freilich schon kannte. Ich wurde mit der für meine Heimat bekannten Zuvorkommenheit und Gastlichkeit empi'angen. Man hat mir weitgehende Unterstützung zugesagt. Als ich aber meinen Wunsch áufcerte, Photomaterial auch von weniger bekannten Malern zu bekommen, sagte man mir: „Das sind nur sehr kleine Meister, von denen es keine Dokumentation gibt." Ist es aber nicht so, dafe die grofcen Tálente eines jeden Landes sich auch an der Ttltigkeit der weniger bedeutenden Künstler náhrten? Sollten nicht die Kunstfreunde, die vielleicht von diesen Malern Werke besitzen, die Möglichkeit habén, etwas tiber sie zu erfahren? Leider ist die kunstgeschichtliche Aufarbeitung der Maierei des 19. Jahrhunderts in Ungarn besonders rückstandig. Versáumt wurde es u. a. deshalb auch das auslándische Kunstpublikum über die ungarische Maierei des letzten Jahrhundert, speziell in ihrerVerbundenheitmit München, zu informieren, obschon sich nicht nur hervorragende Lehrer und Maler der Ungarn, in der zweiten Ilalfte des 19. Jahrhunderts, in der Bayemmetropole auíhielten. Die wichtige Künstlerkolonie von Szolnok ist von solchen Malern in Ungarn l'ortgeführt, die in der Bayemmetropole studierten und via Paris in die Heimat zurückkehrten. DieWurzeln der Schule von Nagybánya, bahnbrechend in der modemen Maierei Ungarns, sind auch in der Münchner Kunst zu suchen. Wenn man sich die aul'geí'ührten Tktsachen vor Augen hált, ist die Aní'ertigung dieses Kunstbandes nicht verfehlt, sondern eine dringendeAufgabe. Meine Arbeit soll dazu beitragen, dafe das dcutsclisprachige Kunstpublikum den ungarischen Malern der Münchner Schule begegnet, ihre Werke kennen und lieben lernt. Wenn ich aber auch Kunstsammlern und Fáchleuten in meiner Heimat mit einigen Informationen clienen könnte, wáre dies für mich eine besonclere Fi*eude. Mein weiteres Anliegen ist, die westeuropáischen Kunsthándler, bei immer knapper werdender Ware, auí" die Maler der Ungarn aufmerksam zu machen. Fi'eilich wáre hierlür ein verstárkter Austausch guter Gemálde wünschenswert. Dies wird nicht nur durch den chronischen Devisenmangel der Ungarn behindert. Arbeiten vieler ungarischer