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Die ungarische Malerei des 20. Jahrhunderts [antikvár]

D. Fehér Zsuzsa, Gábor Ö. Pogány, Pogány Ö. Gábor, Zsuzsa D. Fehér

 
Die ungarische Maierei des 20. Jahrhunderts Die ungarische Malerei trägt Bekenntnischaraktei. In schweren Zeiten, in stürmischen historischen Epochen walute sie die Kontinuität der Kultur. Ihre Vorzüge und ihre Schwächen hängen eng mit der Entwicklung der ungarischen Gesellschaft zusammen, will man sie analysieren, kann man sie nicht gewaltsam von dieser Entwicklung trennen. Ihr Herzschlag war oft unregelmäßig — und das mahnt zur Vorsicht bei mechanischen Vergleichen mit der europäischen Malerei. Als Ursache für diese Arhythmie...
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Die ungarische Maierei des 20. Jahrhunderts Die ungarische Malerei trägt Bekenntnischaraktei. In schweren Zeiten, in stürmischen historischen Epochen walute sie die Kontinuität der Kultur. Ihre Vorzüge und ihre Schwächen hängen eng mit der Entwicklung der ungarischen Gesellschaft zusammen, will man sie analysieren, kann man sie nicht gewaltsam von dieser Entwicklung trennen. Ihr Herzschlag war oft unregelmäßig — und das mahnt zur Vorsicht bei mechanischen Vergleichen mit der europäischen Malerei. Als Ursache für diese Arhythmie wird oft die Verspätung unserer Malerei gegenüber der europäischen bezeichnet. Doch diese Theorie kann nur zu Teilergebnissen führen. Die besten ungarischen Maler übernahmen ohne Zögern die Lehren, die sich aus den Stikevolutionen ergaben, wenn sie damit dem nationalen Aufstieg dienen konnten. Die ungarischen Verhältnisse haben die Maler nicht verwöhnt: doch in der Dunkelheit entwickelt sich der Tastsinn, wartet man gespannt beobachtend in toter Stille, schärft sich das Auge. In optischen Freuden konnten die ungarischen Maler ebenfalls nicht schwelgen, ihre Gefühle blieben frisch und unverbraucht. Das Empfinden für das Neue, Unerwartete verfeinerte sich immer mehr. Klug und umsichtig hielten sie in Europa Umschau, sie hatten keine Zeit für tatenlose Träumerei, sie verstanden es, mit ihrer Begabung hauszuhalten. Im 19. Jahrhundert galt das Malen als patriotische Tat; und das änderte sich auch im 20. Jahrhundert nicht, obwohl die internationale Gebundenheit eine differenziertere Auslegung erfuhr. Auch bei der Herausbildung des neuen Weltbildes verlor die ungarische Malerei nicht ihre Sensibilität gegenüber den allgemeinen Interessen. Die Jahrzehnte um die Jahrhundertwende, die einen Abschluß und Neubeginn bildeten, bewirkten auch in der Kunst eine unvergleichliche Bewegung. Leider war Szinyei Merses Stern nach seinem kometenhaften Aufstieg erloschen, er gab nicht einmal das spärliche Licht, das die ungarischen Maler gebraucht hätten, um sich nach ihm zu orientieren. Später, als der Impressionismus überall gesiegt hatte, erinnerte man sich kaum noch an Szinyei, der zwei Jahrzehnte früher so viel Beachtung erfahren hatte. Am wenigsten erinnerten sich die jungen ungarischen Maler, die sich in München, wo einst das „Frühstück im Freien" entstanden war, von dem akademischen, kostümierten und verlogenen Eklektizismus befreien wollten, der sie mit Erstarrung bedrohte. Die Schule von Barbizon und der sanfte Naturalismus Bastien-Lepages lagen näher und boten eine einfachere Möglichkeit für die Flucht als die große Stilentdeckung ihres Landsmannes Szinyei aus dem Jahre 187}. Szinyei war gekränkt und müde, er hatte sich von der Malerei zurückgezogen und lebte auf seinen Gütern, er konnte den Jungen bei ihren Problemen nicht helfen. So blieb seine geniale Pleinair-Darstellung ohne Nachfolge — obwohl sein „Frühstück im Freien" ein Meisterwerk ist, bei dem bewußte und zugleich instinktive Verwendung der malerischen Mittel einen überwältigenden Farbenrausch erstehen lassen. Szinyei war nicht das letzte Opfer der ungarischen Malerei. Der Widerspruch zwischen der retrograden Gesellschaft und den neuen Stilen ließ jedes Bemühen um die Wiedergabe der immer komplizierter werdenden WirkUchkeit zu einem bitteren Kampf werden. Die Maler, die sich durchsetzten, trotzten ihrem Schicksal, sie mußten sich mühsam in Einsamkeit und Finsternis zurechtfinden. Sie brachten die offizielle Meinung gegen sich auf — allerdings weniger durch ihre Beschäftigung mit dem Schicksal des Volkes, das unter halbfeudalen Zuständen lebte, mit dem gesellschaftlichen Anaclironismus und dem Unglück des Landes, als vielmehr durch ihre Haltung, die die traditionellen Auffassungen entthronte. Krieg und Revolution lagen in der Luft, und das spürte man überall. Das radikale Bürgertum forderte im Wirtschaftsleben, in der Poütik, Literatur und Philosophie ungeduldig drängend die Reformen, die unaufschiebbar geworden waten. In dieser Atmosphäre konnten sich die Maler nicht ins Atelier wie in ein 5

Termékadatok

Cím: Die ungarische Malerei des 20. Jahrhunderts [antikvár]
Szerző: D. Fehér Zsuzsa , Gábor Ö. Pogány , Pogány Ö. Gábor Zsuzsa D. Fehér
Kiadó: Corvina
Kötés: Vászon
Méret: 280 mm x 330 mm
D. Fehér Zsuzsa művei
Gábor Ö. Pogány művei
Pogány Ö. Gábor művei
Zsuzsa D. Fehér művei
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