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Geschichte der Krönungsinsignien Die Krönuiig als symbolischer Akt der Machtübernahme durch den König wurde im Mittelalter allgemeiner Brauch in Európa. Das in den einzelnen Landern dabei angewandte und zur Tradition gewordene Zeremoniell war zwar in den Einzelheiten unterschiedlich und gewissen Veranderungen unterworfen, die wiclitigsten Handlungen jedoch waren und blieben stets die gleichen. UnerláBliche Akte bei jeder Krönung waren: die Salbung mit dem geweihten Öl, die Entgegennahme der Krönungsinsignien, die Thronbesteigung und der königliche Eid, den Frieden und das Recht zu wahren. Ili diesem dem Wesen nach sakralen Zeremoniell waren die einzelnen Momente aufs Genaueste bestimmt, so die Reihenfolge der Überreichung der Insignien, die entsprechenden Gebete und Gesange sowie der Wortlaut des Eides. Das Zeremoniell enthielt aber auch profáné Elemente: diese waren der Ritterschlag, die Schwertleite, die Umgürtung mit dem Schwert und die in Ungarn immer gewahrte Gepflogenheit, daB die Anwesenden auf die dreimalige Frage des die Krönung vollziehenden Prálats - spater des Palatins - durch Akklamation ihr Einverstándnis mit der Person des Königs zum Ausdruck brachten. Veranderungen gab es allerdings in der Zusammensetzung der Krönungsinsignien je nach den Zeremonien unterschiedlicher Herkunft, und auch die Zeit brachte gewisse Abweichungen mit sich. In Ungarn gehörte zum Beispiel zur Zeit der ersten Könige - bis zur Mitte des n. Jahrhunderts - die Lanze zu den Insignien. Spater wird davon nicht mehr gesproclien. Es ist urkundlich belegt, daB bei den Krönungen Kreuz, Ring, Armband, sogar Pferdegeschirr sowie verschiedene Kleidungsstücke, Hemden, Sandalen und Strümpfe im Laufe des Mittelalters ebenfalls eine Rolle spielten. Jedes Stück besaB eine symbolische Bedeutung für Einzelheiten der Königsmacht, die wiclitigsten Krönungsinsignien waren allerdings immer und überall die Krone, das Zepter, der Reichsapfel und das Schwert. Hinzu kam noch der Krönungsmantel, dem in Ungarn besondere Bedeutung beigemessen wurde, weil er nach altér Tradition vom Staatsgründer, Stephan dem Heiligen, stammt. Die ungarischen Krönungsinsignien gehören in ihrer Gesamtheit zu den im besten Zustand erhaltenen Herrschaftszeichen aus dem Mittelalter. Dies ist vor allém jener iibergroBen, nachgerade sakralen Verehrung zu verdanken, die die ungarischen Könige sowie die ganze Nation der Krone vor allém, aber auch den anderen Insignien entgegenbrachten. Die Krone, das Zepter und der Krönungsmantel stammen aus den ersten Jahrhunderten des ungarischen Königreichs, und schon seit dem Mittelalter bestand der Glaube, daB die hocligehaltenen Kleinodien die Hinterlassenschaft Stephans des Heiligen sind. Der Reichsapfel und das Schwert kamen erst spater zu den Insignien; es steht jedoch fest, daB sie frühere, verlorengegangene Stücke ersetzen sollten. Darstellungen der Könige auf Miinzen und Siegeln bestatigen, daB der Reichsapfel schon seit Stephan I. zu den Herrschaftszeichen gehörte, folglich vermittelt der jetzige aus dem 14. Jahrhundert stammende Gegenstand eine altere Tradition. Dasselbe gilt für das Schwert vom Anfang des 16. Jahrhunderts, denn 1111 ter den im Grab des Königs Béla III. (12. Jahrhundert) 7 gefundenen Insignien befand sich ein alinliches Exemplar, was wiederum für die Zugehörigkeit des