Bővebb ismertető
Es ist eine sehr verbreitete, aber grundfalsche Meinung, daß
die genauere, in Einzelheiten gehende Kenntnis von Natur-
vorgängen den ästhetischen Genuß an ihnen schmälere. Das
Gegenteil ist wahr. Niemand wird die Schönheit des Vogel-
gesanges im Frühlingswald mehr genießen als derjenige, der
weiß, welchen Arten die einzelnen Stimmen angehören, nie-
mand wird die Großartigkeit einer Gebirgslandschaft mit
größerer Ehrfurcht betrachten als der Geologe, dem sie die
Geheimnisse ihres Gewordenseins anvertraut. Die Natur-
wissenschaft ist nicht »trocken«, wie der Fernstehende meist
meint, nicht einmal gegen die Naturwissenschaftler ist dieser
Vorwurf gerechtfertigt. Gerade die Besten unter ihnen sind
zutiefst empfänglich für das Schöne und das Ehrfurchtgebie-
tende in der Natur. Nur sprechen sie nicht die Sprache des
Poeten, und in ihren wissenschaftlichen Veröffentlichungen
bleiben die hohen Gefühlswerte ihrer Tätigkeit zwischen den
Zeilen.
Dies ist nicht etwa deshalb so, weil ein Naturgesetz ver-
hindert, daß ein wissenschaftlicher Geist gleichzeitig ein dich-
terischer sei, es ist einfach eine Folge der großen Unwahr-
scheinlichkeit des Zusammentreffens zweier voneinander un-
abhängiger Naturgaben in einem Menschen. Ideal schöne
Menschen sind selten, große Philosophen noch seltener, und
die natürliche Folge davon ist es, daß wohl keiner der großen
Denker der Menschheit gleichzeitig auch zu den schönsten
Menschen gehörte. Gescheite Naturforscher und des Wortes
mächtige Dichter sind nicht ganz so selten, immerhin aber ist