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Die Vatikanstadt
Die Vatikanstadt erstreckt sich unweit des rechten Tiberufers auf einigen Hügeln, die in der Antike zum ager Vaticanus gehörten. Kaiser Caligula (37-41 n. Chr.) errichtete hier, links von der heutigen Basilika, einen Zirkus, in dem der ägyptische Obelisk aufgestellt wurde, der sich heute in der Mitte des Petersplatzes befindet. Nero (54-68 n. Chr.) erweiterte den Zirkus; hier ließ er im Jahre 64 die ersten christlichen Märtyrer, unter ihnen den hl. Petrus, hinrichten. Nördlich des Zirkus erstreckte sich ein antikes Gräberfeld, in dem der Apostel begraben wurde. Über seinem Grab errichtete Kaiser Konstantin (306-337) nach 324, vermutlich um 330, eine riesige Basilika, die zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert durch den heutigen Bau ersetzt wurde. Im Mittelalter wurden einige Bauten neben der Basilika errichtet, doch hielten sich die Päpste hier nur vorübergehend auf, vor allem, wenn die unsichere politische Lage sie zwang, den Lateran zu verlassen, wo sie normalerweise residierten. Im 9. Jahrhundert ließ Leo IV. den bis dahin ungeschützt auf freiem Feld liegenden Vatikan von einer Mauer umgeben. Im 13. Jahrhundert erbaute Papst Nikolaus III., der immer im Vatikan lebte, den ersten
richtigen Vatikanpalast. Dieser festungsartige Palast auf rechteckigem Grundriß war vermutlich mit vier Ecktürmen versehen. Er umgab einen Hof (heute Papageien-Hof) und bezog im Süden den turmbewehrten Bau Innozenz' III. mit ein, der sich auf einem Hügel nördlich der Basilika erhob. Nach der Rückkehr Gregors XI. aus dem Exil in Avignon (1377) wurde der Vatikan die ständige Residenz der Päpste, doch wurden erst unter Nikolaus V. umfangreiche Neubauten in Angriff genommen: Nikolaus ließ den Westflügel des Palastes erneuern und machte einen ersten Plan zur Erweiterung der Peterskirche. Unter Sixtus IV. entstand die Sixtinische Kapelle; ihm wird auch die Neuordnung der Vatikanischen Bibliothek verdankt, die unter Nikolaus V. begonnen worden war. Innozenz VIII. ließ auf dem Hügel nördlich des Palastes eine Sommerresidenz errichten, den Belvedere-Palast. Kurz vor 1500 erbaute Alexander VI. Borgia den Borgia-Turm und ließ die Räume im ersten Stock des Nordflügels des Palastes adaptieren und durch Pinturicchio mit Fresken ausschmücken. Unter Julius II. verlieh Donato Bramante dem Vatikanpalast Renaissancecharakter: Der Architekt aus
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