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Einführende Gedanken zur deutschen AusgabeDieses Buch, zu dem einige einführende Worte erbeten wurden, ist ein in mehrfachem Sinne erstaunliches Werk. Es ist von einem Juden geschrieben, der auf keiner Seite aus seinem jüdischen Glauben einen Hehl macht. Aber in der Mitte dieser Darstellung steht die Gestalt Jesu Christi, des Gottmenschen, näherhin jene Zeit seines verborgenen Lebens, von der uns die biblischen Zeugnisse fast garnichts berichten. Aus der Fülle eines umfassenden Wissens um jüdisches Brauchtum im Altertum schöpfend, bemüht sich der Verfasser, uns Christen einen neuen Zugang zu diesem Jesus der verborgenen Jähre zu eröffnen, wobei nicht verschwiegen sein soll, daß die zeitliche Herkunft der vorgelegten jüdischen Quellen im einzelnen eine gewisse Zurückhältung notwendig macht. Denn es ist jeweils durchaus möglich, daß diese zur Verdeutlichung der Situation beigezogenen jüdischen Parallelen erst einer viel späteren Zeit entstammen, ohne daß wir deren ursprüngliche Gestalt erkennen könnten. Desgleichen ist nicht zu übersehen, daß der Verfasser in der theologischen Einschätzung mancher Dinge, wie etwa der Wunder und der übernatürlichen Heilsführung Gottes, einen Standpunkt vertritt, der nicht derjenige des katholischen Dogmas ist.VoTToortDie Jahre des verborgenen Lebens Jesu, von den Evangelisten fast ganz im Dunkel belassen, beginnen mit seiner Heimkehr von Bethlehem nach Nazareth in seiner frühesten Kinderzeit und enden mit der Taufe am Jordan zu Beginn seiner Predigttätigkeit. Dieser Zeitabschnitt seines Lebens enthält kein Anzeichen des Übernatürlichen, ganz anders als die Ereignisse vorher und nachher, wie sie uns die Evangelisten berichten. Diesen Abschnitt seines Lebens kann ein israelitischer Schriftsteller studieren, ohne indiskret sein zu müssen, ohne Verwirrung zu stiften und ohne seine Tradition dabei verraten zu müssen. Er kann dabei seinem Glauben treu bleiben und doch die Überzeugung seiner christlichen Brüder achten.So unüberwindlich auch die Schwierigkeiten einer solchen Aufgabe zu sein scheinen, es gibt zwei Dinge, die einen dazu ermutigen können, sich an sie zu wagen.Auf der einen Seite ermutigen dazu die christlidhen Theologen katholischer und protestantischer Provenienz. Sie erkennen die zweifache Natur Jesu an, seine göttliche und seine mensdiliche, und geben damit dem Autor die Berechtigung, seine Untersuchungen auf die irdischen Gegebenheiten im Leben des Nazareners zu beschränken.Der heilige Cyrill von Alexandrien erklärt: Der Evangelist hat in