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VORWORT
M. Buber (Glaube der Propheten 201) nennt die Prophetie von der Immanuelgeburt die wohl umstrittenste Stelle des Alten Testamentes. So wird audi die vorliegende Studie nidit den Ansprudi erheben können, eine für alle gleichermaßen überzeugende Exegese von Jes 7,14 zu bieten, wohl aber die anstehenden Fragen erneut erörtert zu haben. Es ist nicht das Ziel dieser Untersuchung, alle bislang vorgetragenen Auslegungen ausführlidi zu referieren. Doch werden die derzeit wichtigsten Interpretationstypen samt ihren Argumenten und Gegenargumenten aufgezeigt, um auf diese Weise einen Über-blids über den Stand der Forschung und zugleich Einblick in die Problematik der Immanuelverheißung zu geben. Wenn die Exegese der Perikope Jes 7,1-17 verhältnismäßig viel Raum einnimmt, so einfadi deshalb, weil die Frage nach dem Sinn des Immanuelwortes nicht ohne den dazugehörigen Kontext einer Klärung zugeführt werden kann. Mandie Interpretationen kranken in der Tat daran, daß Jes 7,14 zu isoliert oder nur im Rahmen der jesajanisdien Heilsverheißungen abgehandelt wird. Die Exegese des Kontextes gibt schließlidi aber audi die Basis ab für die Auseinandersetzung mit den gängigen Interpretationen sowie für die sich daran anschließende Erarbeitung der jesajanisdien Aussage. Der Versuch des letzten Kapitels, Gotteswort und Prophetenwort zu trennen, kann von der Natur der Sache her nur als Versuch gewertet werden. Trotzdem konnte m. E. auf dieses Kapitel nicht verzichtet werden. Denn die Darstellung der jesajanisdien Verkündigung fordert ein soldies Weiterfragen, so man sich nicht mit der Diskrepanz zwischen Unheilsbotschafl; und heilvollem Immanuelnamen begnügen will.
Ob und wie Jes 7,14 in der exilischen und nadiexilisdien Zeit neuinterpretiert wurde, wird im Rahmen dieser, allein auf die Klärung der jesajanisdien Botschaft ausgerichteten Studie nicht erörtert, desgleichen auch nicht die Frage einer spezifisch christlichen Auslegung. Der Intention der Untersudiung entsprechend, mag es genügen, abschließend die Offenheit des Immanuelwortes auf eine weitere göttliche Möglidikeit und Wirklichkeit hin aufzuzeigen. Neuere Versuche einer redaktionsgeschichtlichen und christlichen Interpretation finden sich bei J. Bedser (Isaias 53-58) und N. Lohfink (Auslegung des AT). So sehr diese Versuche berechtigt, ja notwendig sind, können sie doch nidit ganz befriedigen, da in ihnen die ur-
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