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Es war Winter, der Winter der Zerstörung von Dersim. Tief verschneit die ganze Gegend. Nicht Berg noch Tal waren zu erlennen. Die hohen Bergriesen, weit in die Tiefen des Himmels hinaufragend, lagen unter sieben Lagen blendend weien Damaszener Linnens. Sturm war über dem weißen Meer, uferlos, soweit der Blick reichte. Unter diesen weien Wogen mute das Leben innegehalten haben. Solche Tage gleichen Nächten, monoton und ohne Ende. Das Gebrüll des peitschenden Sturmes tötet jeden Nerv. Beschwerlich atmet der Mensch bei solcher Wetterlage. Glaubt sich erstickt, glaubt, kein Lufthauch zum Atmen sei geblieben in der weiten Welt. Die Furcht lähmt das Atmen noch dazu. Tagelang geht das so. Tage sind von Nächten nicht zu unterscheiden. Der Nordwind rast die Hänge des Berges Hamik herunter, kennt nirgendwo Einhalt. Pule Gewr, Dere Lay, Dilwe und Mergasur hielten kaum Stand diesem brausenden Sturm.
Der Sturm, der an jenem Tag den Hamik herunterfegte, hatte die Gegend schon am Mittag in Finsternis getaucht. Es gab Leute, die zweifelten, ob sie je das Sonnenlicht wieder sehen würden, ja, ob es je wieder Tag werden würde. Tiefe Finsternis mitten am Tag. Die Älteren stellten eigene Vermutungen an: Ob wohl die Sonne sich verfinstert hat?« Der Sturm hatte sich einer dunklen Kuppel gleich bei Mergasur im Osten Dersims verfangen. Die Schwärze in diesem wirbelnden Weiß ließ alles, was lebte, vor Angst erschauern. Die von Natur aus so menschenscheuen Vögel hatten sich mutig in die Gästezimmer geflüchtet. Die gen Süden gehenden Vordächer waren von Gezwitscher erfüllt.
in Mergasur herrschte trotz allem reges Treiben. An solchen Tagen gedachte man der Heiligen Dersims, betete und flehte zu ihnen, man spielte Saz, erzählte Märchen. Sie priesen ihre mächtigen Heiligen, die in den himmelwärts ragenden Gipfeln der Berge lagen, die Kurden von Dersim. Sie sprachen mit den Bergen, auf die das Licht Alis gefallen war, über die er geschritten war, an die er sich gelehnt hatte, um auszuruhen.