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Aus dem stahlgrauen Novemberhimmel über Manhattan nieselte es. Die rabenschwarze Nacht wurde hin und wieder von fernen Blitzen zum Tag gemacht, dann donnerte es dumpf und grollend. An einem Fenster seines Sprechzimmers stehend, starrte Dr. Simon Ellerbee hinunter auf die noch belebte Straße, doch er erkannte nichts außer dem eigenen Gesicht mit dem verzweifelten Ausdruck, das sich im Fenster spiegelte.Er hätte nicht angeben können, wann alles begonnen hatte oder weshalb. Er, der Zweifel an sich selber nie gekannt hatte, fühlte sich plötzlich hilflos wie ein Blatt im Wind, konnte nicht verhindern, daß er am ganzen Leib bebte . . .In allen Herzen gibt es finstere Winkel, in denen der Wunsch lebt, ein geliebter Mensch möge sterben. Gelächter kann tödlich kränken, der Anblick von Schönheit als Vorwurf empfunden werden.Er trat an seinen Schreibtisch, auf dem sich Papiere und Tonbandkassetten türmten - die Krankengeschichten seiner Patienten. Er starrte auf diese Anhäufung von Ängsten, Wut, Begierden und Furcht. Jetzt gehörte seine eigene Lebensgeschichte ebenfalls dorthin, sein Dasein war nicht mehr wie ehedem geordnet und heiter, sondern Teil dieses Chaos.Die Hände tief in den Hosentaschen, wanderte er gesenkten Kopfes durch die Praxis. Er bedachte die schlimme Lage, in der er war, erwog, welche Möglichkeiten ihm noch blieben; es wurden immer weniger. Flüchtig ging ihm die Frage durch den Kopf: Kann ich, als Therapeut, einen anderen Therapeuten um Rat bitten?Die Seele sehnt sich nach Reinheit, und doch gieren wir allesamt nach dem Ausgefallenen, Abartigen. Das Böse ist nichts als ein Wort, und was niemand sieht, weiß auch keiner - es sei denn, Gott wäre wirklich ein ruheloser Geschaftelhu-ber.Er streckte sich auf dem Kanapee aus, das einige seiner Patienten unbedingt benutzen wollten, während er dieses klassische Möbel des Psychotherapeuten selber für Firlefanz, ja.