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Vorwort
Immer wieder kam es in den letzten fünf Jahrtausenden vor, daß ganze Völkerschaften ihre Siedlungsgebiete verließen und sich in oft mühseligen und langwierigen Märschen eine neue, oft weit entfernte Heimat suchten. Dies geschah entweder aus Landnot oder wegen eines Klimawechsels oder auch, weil andere Völker sie aus ihrer Heimat vertrieben. Solche tief in die Weltgeschichte eingreifenden Völkerwanderungen, wie der Historiker diese Wanderbewegungen nennt, sind aus fast allen Teilen unserer Erde bekannt. Archäologische Funde, vergleichende Sprachwissenschaft und schriftliche oder gar mündliche Überlieferung bezeugen die Auswirkungen der Völkerwanderung bis in unsere Zeit.
Dieses WAS IST WAS-Buch berichtet in Wort und Bild sowie an Hand zahlreicher zeitgenössischer Dokumente von der wohl dramatischsten und
folgenschwersten Völkerwanderung: Es erzählt von der Bewegung der germanischen und einiger anderer Völker vor etwa 1600 bis 1300 Jahren, die man heute als „die Völkerwanderung" schlechthin bezeichnet. Der Leser erfährt gleichsam als Augenzeuge, wie und warum die Germanen aufbrachen, was sie dabei erlebten und erlitten.
Wenn hiervon „Germanen" die Rede ist, sind auch die Goten, Alemannen und andere Stämme gemeint, die einst aus dem Norden und Osten gekommen sind und in IVlitteleuropa siedelten. Weil der römische Historiker Tacitus zuerst den Stamm der Germanen kennenlernte, nannte er auch alle anderen so.
Das Buch erzählt, wie das alte Imperium Romanum zugrunde ging. Es berichtet aber auch von berühmt gewordenen germanischen Fürsten, die die Grundlage zu Reichen und Ländern legten, die noch bestehen.